NEVER TRUST A NAKED BUS DRIVER...

Nein

Auf ihren bizarren Collage-Boxen kleben schreiend bunte Plüsch-Pompons, Wash-Away-Your-Sins-Atemspray für Lügner, Häkelspitze, Plastikmonster und vollbusige Vintage-Beauties aus vergilbten Fashion-Magazinen aus den Fifties. All das verarbeitet Claudia-Antonia Merkle zusammen mit aktuellen Zeitungsheadlines und Comic-Sprechblasen zu hintergründigen «Denk-Bildern». Da fliegt dann plötzlich ein Extra-Terrestrischer mit seinem Spaceshuttle einer blonden Triumph-Wäsche-Schönheit hinterher, die die Künstlerin aus einem zerfledderten Klatschzeitschrift, Jahrgang 1963 ausgeschnitten hat... «Ich bin darauf programmiert zu denken, nicht zu lieben. Aber zumindest kann ich denken, dass ich liebe», sind die Worte die die Künstlerin dem Roboter aus dem All in den Mund legt...
«Für mich funktionieren diese Boxen so ähnlich wie bunte Seifenblasen. Man fliegt dem Alltag zwischendurch einfach mal davon und lässt die Gedanken wilde Loopings kreisen», meint die studierte Kunsthistorikerin, die im Education Department des New Yorker Museum of Modern Art arbeitete, wo Programme entwickelt wurden, um die intellektuellen Fähigkeiten von Kindern durch Kunst zu fördern. Erst kürzlich wurde eine ihrer skurrilen Arbeiten bei Christie’s in Mailand versteigert. Claudia-Antonia Merkle lebt am Comersee in Italien und arbeitet dort als freie Künstlerin und Journalistin.

Ihre aktuelle Ausstellung «Never Trust a Naked Busdriver» ist noch bis 25. Mai in Ravensburg am Bodensee zu sehen.

Rubrik: NEWS
Autor: Bolero