Hublot geht mit der FIFA zusammen
Am Donnerstagnachmittag war es soweit. Jean-Claude Biver, Chef der Uhrenmanufaktur Hublot in Nyon, erlebte den «Höhepunkt» seiner «professionellen Karriere», wie er vor einer Journalistenschar selber sagte. Biver trat zusammen mit dem Präsidenten des Internationalen Fussballverbandes FIFA, mit Joseph S. Blatter auf - und das hatte seinen guten Grund. Die beiden jahrelangen Freunde erklärten ihre neue Partnerschaft. Ab kommendem Sommer ist Hublot die offizielle Zeitmesserin der FIFA, zunächst für die anstehende Endrunde der Weltmeisterschaft, die am 11. Juni in Südafrika beginnt und als der weltweit grösste, kommerziell enorm erfolgreiche Sportanlass gilt. Auch an der nächsten Austragung, 2014 in Brasilien, wird Biver mit Hublot auf dem FIFA-Bord sein. Damit ist dem Schweizer mit Luxemburger Wurzeln wieder einmal ein veritabler Marketingcoup gelungen. Wie teuer ihn dieser zu stehen kommt, darüber schweigt sich Biver allerdings aus. Man kann davon ausgehen, dass die FIFA - selbst für den Blatter-Freund Biver - die Rechte nicht eben billig abgetreten hat. Normalerweise bewegen sich solcherlei Verträge im gehobenen Millionenbereich. Dies wird auch hier der Fall sein.
Hublots Aktivitäten an der WM beschränken sich auf Auftritte in den Stadien sowie auf die Präsentation der offiziellen Zeitansagetafel, die jeweils kurz vor Ende der beiden Halbzeiten vom vierten Unparteiischen am Spielfeldrand gezeigt wird, und die die restliche Spielzeit annonciert. Die elektronisch gesteuerte Tafel kommt auch dann zum Einsatz, wenn Spieler aus- und eingewechselt werden. Das ergibt insgesamt pro Spiel maximal acht Auftritte (max. drei Spielerwechsel pro Team plus zweimaliges anzeigen der Nachspielzeit), aber Hublot wird auf diese Weise während den Partien der Endrunde immer wieder prominent in die TV-Kameras gerückt und weltweit unter Milliarden von Zuschauenden erkannt. Was Wunder freute sich der Manager am Donnerstag wie ein kleiner Junge. So stark, dass FIFA-Präsident Joseph Blatter, selber ein Marketinggenie, meinte: «Wenn der Jean-Claude dann einmal bei Hublot aufhören sollte und ich noch bei der FIFA sein werde, dann werde ich ihn sofort als Marketingmann nehmen. Er ist ein Genie.»
Hublot ist bereit in der Formel-1 als offizieller Uhrenpartner der Organisation tätig. Ausserdem hatte sich das Unternehmen, das zur LVMH-Gruppe zählt, bereits vor einiger Zeit dem Segeln verschrieben und sich als Partner der Alinghi von Ernesto Bertarelli engagiert.
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