- E-Paper
- |
- Mediadaten
- |
- Abo bestellen
Schmuck-Trend: Entomologie de Luxe
Käfer, Schmetterlinge und Spinnen krabbeln über die Laufstege und schwirren durch die Boutiquen. Kein Grund, den Kammerjäger zu rufen – Schmuckkreateure und Modedesigner haben Insekten als modische Accessoires entdeckt. Im aktuellen Bolero Ausgabe Juli/August 2010 präsentieren wir bereits eine Auswahl schmückender Krabbeltiere, und der Blick auf die Laufstege für den Herbst und Winter zeigt: die Armee der kostbaren Insekten ist nicht aufzuhalten!
Eines unserer Lieblingsstücke kam ein wenig zu spät aus den Ateliers in die Redaktion geflattert, um es noch in die Bolero Sommer-Ausgabe (jetzt am Kiosk) zu schaffen: die quietschgrünen Schmetterlings-Ohrringe von Lydia Courteille. Sie sind aus grünem Türkis geschnitten, der zusammen mit Rubinen in rhodiertes Schwarzgold gefasst ist. Die Pariser Schmuckdesignerin präsentiert jede Saison einen neuen Einblick in ihre skurrile, von märchenhaften Wesen bevölkerte Vorstellungswelt. Lydia Courteilles Schmuck ist in der Schweiz exklusiv bei Trois Pommes, Zürich, St. Moritz und Gstaad erhältlich.
.jpg)
Bild: Schmetterlings-Ohrringe. Grüner Türkis, Rubine, rhodiertes Schwarzgold. Lydia Courteille, exklusiv bei Trois Pommes
Golden glänzende, silbern schimmernde und grün schillernde Skarabäen beherrschten die Schmuckstücke, die Tomas Maier für Bottega Veneta an den Handgelenken, Fingern, Hälsen und Ohrläppchen der Models über den Laufsteg in Mailand schickte. Sie leuchteten geheimnisvoll aus der mehrheitlich dunklen Modekollektion des Designers für den Herbst und Winter. Kein Grund, sich zu gruseln: der Skarabäus oder Mistkäfer galt im alten Ägypten als Symbol der Schöpfungskraft.

Bild: Skarabäen-Manschetten. Bottega Veneta

Bild: Grosses Skarabäen-Plastroncollier. Bottega Veneta
Deshalb passt der Skarabäus auch perfekt zum wieder auferstandenen Juwelenhaus Fabergé. Ende 2009 öffnete es nach 95 Jahre dauerndem Schlaf seine Tore in Genf mit der bisher weltweit einzigen Boutique. Fabergé, vor allem bekannt als Juwelier des Zarenhofes und durch die berühmten Fabergé-Eier, kreiert heute raffinierte, zeitgemässe Haute Joaillerie. Die allerneusten Schmuckstücke darin sind vier von den ägyptischen Skarabäen-Amuletten und -Siegeln inspirierte Ringe. Die alten Ägypter sahen im Verhalten des Skarabäus, Dungkugeln vor sich her zu rollen, zudem einen Bezug zu Gott Re und seiner Fahrt in der Sonnenbarke über den Himmel. Der kostbar leuchtende Panzer des Insekts wurde mit dem Sonnenlicht assoziiert. Strahlen und Funkeln sind dem Skarabäus in die Wiege gelegt. (Fabergé, Rue Pierre Fatio, 5, 1204 Genève)

Bild: Grüner Skarabäus-Ring. Gelbgold, Sterlingsilber, 256 naturweisse Diamanten, grüner und lila Jaspis. Fabergé

Bild: Aqua-Skarabäusring. Goldgold, Sterlingsilber, 588 naturweisse Diamanten, blaue Saphire, Aquamarine, Demantoïde, Paraïba-Turmaline. Fabergé

Bild: Roter Skarabäus-Ring. Gelbgold, Sterlingsilber, 256 naturweisse Diamanten, roter und lila Jaspis. Fabergé

Bild: Diamant-Skarabäus-Ring. Rosé- und Graugold, Sterlingsilber, 588 naturweisse und unbehandelte rosa, graublaue und schwarze Diamanten
Die griechische Schmuckdesignerin Ileana Makri schuf eine ganze Käfer-Kollektion. In Griechenland und den USA sind die Kreationen der studierten Schmuckdesignerin bereits bekannt; Stars wie Uma Thurman, Lenny Kravitz und Courtney Cox schmücken sich mit ihnen. Bolero entdeckte Makris «Bug Collection» im Dover Street Market in London, die einzige Adresse, an welcher die glitzernden Käfer in Europa erhältlich sind. Ileana Makri designt seit einigen Saisons Schmuck zu den Catwalk-Kollektionen des Londoner Designers Marios Schwab und sie besitzt zwei eigene Juwelen-Shops in Athen und einen auf Mykonos.
.jpg)
Bild: Käferring. Roségold, grüne und orange Diamanten. Ileana Makri
.jpg)
1. Käferanghänger. Weissgold, graue und schwarze Diamanten, Stahlkette. Ileana Makri
2. Käferanhänger. Oxydiertes Weissgold, schwarze und blaue Diamanten, Stahlkette. Ileana Makri

Bild: Käferring. Roségold, rosa Saphire, schwarze und blaue Diamanten. Ileana Makri

Bild: Käferring. Oxydiertes Weissgold, weisse und blaue Diamanten. Ileana Makri
Auch Schweizer Schmuckdesigner sind fasziniert von Insekten: Der junge Goldschmied André Schweiger aus Zug zeigt zarte, abstrahierte Flügelwesen und Käfer, die sich erst auf den zweiten Blick als Insekten offenbaren. Aber auch Skarabäen haben es dem Zuger angetan. Er verarbeitet sie gerne etwas rockig, mit Leder und in schweres Silber gefasst.

Bild: Leder-Bracelet, handgeflochten. Schliesse aus Roségold, Skarabäus aus geschwärztem Stahl, André Schweiger

Bild: Ring aus geschwärztem Silber, Skarabäus aus Bronze, André Schweiger
Wenn das Budget nicht für Echtschmuck reicht, springen die «Doll Up Sisters» in die Bresche: die deutsche Designerin Sophia Amalaswintha Ernesta Wahl und ihre Schwester Anna-Iva Wahl, Gestalterin im Handwerk und Keramikmeisterin, schaffen gemeinsam humorvollen, verspielten Schmuck aus Messing, Glas und dem hochwertigen Kunstoff Copolymer. Auf ihren Ohrringen und Kettenanhängern haben sich Bienen und Schmetterlinge niedergelassen.

Bild: Bienen-Ohrhänger im Vintagelook. Geschliffenes blaugraues Glas. Doll Up Sisters

Bild: Schmetterlings-Anhänger im Vintagelook. Geschliffene orange Glasperle. Doll Up Sisters
Text: Marianne Eschbach und Malena Ruder