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Top-Visagist Aaron de Mey zelebriert in seiner neuen Kollektion für Lancôme den Look der Pariserin in den Nachkriegs-Jahren.

Vivent les Forties! Möchte man ausrufen beim Anblick der neusten Make-up-Codes. Tief rote Lippen, ein rauchiger Blick und ein eleganter, heller Teint so sieht Aaron de Mey die Frauen im Herbst. Der gebürtige Neuseeländer, der seit drei Jahren die Kreation bei Lancôme leitet, ist für die Kollektion «29, St. Honoré» in die Gründerjahre des Schönheitshauses eingetaucht. Sein neues Sortiment ist eine einzige Referenz an die Zeit als der Beauty-Pionier und Visionär Armand Petitjean beschloss, der kosmetischen Übermacht aus Amerika, sprich den Damen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden, auf französisch Paroli zu bieten. Schliesslich galt Frankreich als die Wiege von Schönheitselixieren und feinen Parfums.

An der noblen Adresse 29, Faubourg Saint-Honoré in Paris eröffnete der Geschäftsmann Armand Petitjean ein modernes Kosmetikunternehmen, das er Lancôme nannte. Den Namen leitete er vom Schloss Lancosme ab. Parfums und Make-up bildeten die Säulen der Marke, die an der Weltausstellung in Brüssel im selben Jahr präsentiert wurde und sechs Monate nach der Gründung bereits in mehr als 30 Ländern vertreten war. Ein Jahr später, 1936, brachte Armand Petitjean die erste Hautpflege heraus. Die Creme «Nutrix» ist ein ganz grosser Klassiker der Kosmetik und nach wie vor erhältlich. Mitten im zweiten Weltkrieg, 1942, gründete er die Fachschule «Ecole Lancôme» und bildete Kosmetikerinnen und Markenbotschafterinnen aus. Der Krieg war kaum vorbei, da kreierte er 1945 einen legendären Lippenstift namens «Shaker». Er wurde später in «Cocktail» umbenannt. Hollywoods «goldene Ära» und die dramatisch eleganten Schauspielerinnen der Zeit prägten viele von Armand Petitjeans Produkten.


Elettra Wiedemann (l.) und Daria Werbowy (r.)

Die «Femme Fatale» ist in der Saison 2011/12 erneut das grosse Thema bei Lancôme. Schminkgrossmeister Aaron de Mey hat die Marken-Musen Daria Werbowy und Elettra Wiedemann im Stil mysteriöser Hitchcock-Heldinnen inszeniert. Der Akzent liege jetzt genau so auf den Augen wie auf den Lippen, sagt de Mey. Orange, Rot, Violett und Pink mit matter oder glänzender Textur wären die dominierenden Farben bei Lippenstift. Der Blick werde mit viel Mascara und Lidschatten in Schokoladebraun oder mattem Grau intensiviert und die Augenbrauen würden betont und in Form gebracht.


Das Fetisch-Produkt im Look «29, St. Honoré» ist der Lippenstift. «Ob am Tag oder am Abend, er sitzt jetzt immer perfekt», betont Aaron de Mey. «Und die Kontur wird mit Hilfe des Crayons noch perfektioniert.» Sein Tipp: «Zuerst den Lippenstift auftragen und dann kommt die Feinarbeit am Rand mit dem Crayon. Das geht einfacher, als zuerst eine perfekte Linie mit dem Lipliner zu ziehen.» Der neue Lippenstift heisst übrigens «Le French Touch Absolu» und wird in nostalgisch anmutender Hülse präsentiert. Fast wie damals, als Armand Petitjean den Glamour-Feldzug in französischer Rafinesse begann.

Geschichte, Tradition, Nostalgie auf der einen und das Cyber-Age auf der andern Seite: Lancôme stellt seine neue App vor.

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