17. Dec 2019

TEXT VON

Leoni Hof

FOTOGRAFIEN VON

Sharon McCutcheon

Alle Jahre wieder

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Peter Stamms Weihnachtsgeschichte hat ganzjährig Saison.

Weihnachten steht vor der Tür und Sie sind noch nicht in Stimmung? Dann empfehlen wir Ihnen dieses Buch, mit seinen 80 Seiten haben Sie es sicher pünktlich zum 24. durchgelesen. Im Frühling sinnierte unser Kolumnist Peter Stamm, dass das Schreiben einer Weihnachtsgeschichte zum Schwierigsten seines Metiers gehöre. Seine Erzählung «Marcia aus Vermont» ist so zwar als eine untertitelt, eigentlich geht es hier aber um Fragen, die wir uns das ganze Jahr hindurch stellen. Die nach dem eigenen Leben und der wahren Liebe.

Stamms Figuren blicken zurück und staunen, dass das Leben sich so entwickelt hat und nicht anders. Sie denken – wie wir – darüber nach, ob es so, wie es ist, richtig ist. Sie träumen vom Glück. Und plötzlich ist Weihnachten. In «Marcia aus Vermont» spielt Stamm wieder mit Realität und Fantasie. Der Erzähler erinnert sich an ein Weihnachten vor 33 Jahren in New York. Und an seine Entscheidung, die Festtage mit einer Fremden zu verbringen, was sein ganzes Leben verändern wird. Im Frühling schrieb Stamm in Bolero: «Eine Weihnachtsgeschichte soll ein Geschenk sein an die Leserinnen und Leser und das muss ein bisschen glitzern und glänzen.» Mit dieser so melancholisch wie nahbaren Geschichte ist ihm dieses Geschenk geglückt.

Peter Stamms Buch «Marcia aus Vermont. Eine Weihnachtsgeschichte» ist bei S. Fischer erschienen.