08. Mar 2020

TEXT VON

Bolero

FOTOGRAFIEN VON

Imaxtree

Apokalypse und Chorgesänge

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Drei Highlights der Pariser Fashion Week.

Diese Fashion Week stand unter ernsteren Sternen als üblich. Es ist bezeichnend und beinahe unheimlich, wie künstlerische Visionen und Wirklichkeit während dieser Modewoche aufeinandertrafen.

Am treffendsten hat das düstere Gefühl Designer Demna Gvasalia für Balenciaga formuliert. Er zeichnete für die wohl eindrücklichste Show dieser Saison verantwortlich. Das Setting bestand aus einem Laufsteg, der unter Wasser stand und einem tief über den Köpfen der Zuschauer hängenden Bildschirm, auf dem Feuerbrünste, Fluten oder unheimliche Vogelschwärme vorbeizogen. Die Models liefen in mehrheitlich schwarzen Kreationen mit überzeichneten Schultern scheinbar übers Wasser.

Looks aus der Balenciaga-Show für Herbst/Winter 2020. (Bilder: Imaxtree)

Eine positivere Note schlug Nicolas Ghesquière an. Der Creative Director von Louis Vuitton ist ein Meister darin, Vergangenheit und Zukunft miteinander zu verschmelzen. Ein 200-köpfiger Chor begleitete das Defilee. Jeder Sänger war in ein anderes, historisches Gewand gekleidet, aus verschiedensten Epochen und Kulturen. Zu den Chorgesängen defilierten die Models in einem Mix aus Sci-Fi-Elementen, Sportswear, Petticoats und klassischem Tayloring über den Laufsteg. Die Show wirkte wie ein Blick in die Zukunft, unter aufmerksamer Beobachtung der Vergangenheit.

Das Finale der Louis Vuitton Show in Paris. (Foto: Imaxtree)

Während der Fashion Week dreht sich jedoch nicht alles nur um die grossen Modehäuser. Es gibt auch unzählige junge Brands zu entdecken. Wie etwa Nodaleto, ein Schuhlabel, das seine zweite Kollektion präsentierte. Gründerin Julia Toledano macht uns mit ihren skulpturalen, Siebzigerjahre-inspirierten Blockabsätzen wieder Lust auf Plateau-Schuhe. Besonderes Highlight: ihre Kollaboration mit Anissa Kermiche, eine Vase in Form eines Nodaleto-Stiefels.

Eine Vase in Schuhform aus der Kollaboration von Nodaleto und Anissa Kermiche.