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18. Mar 2016

TEXT VON

Priska Amstutz

FOTOGRAFIEN VON

Priska Hofmann

Auf dem Nachttisch von Priska

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Mein Nachttisch ist viel zu klein um alles Lesematerial zu beherbergen, das ungelesen mein Zuhause bevölkert. Damit der unbewältigte Berg nicht drohend wirkt, beschränkt sich die Auswahl neben meinem Bett auf einige wenige Magazine, Bücher und Kram der mir aktuell besonders Freude macht: 

Einige Lieblings-Magazine:

Salon Magazin – reiner Eskapismus: schöne Rezepte, die ich nie nachkoche. Tolle Gastgeber, deren Feste ich vielleicht in dreissig Jahren mal nachstelle. Beruhigende Hobbies (z.B. Vögel beobachten!) für die mir Zeit und Muse fehlen. Aber das Schlendern über den Wochenmarkt, das packe ich an! Man wird ja noch träumen dürfen. 

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The Happy Reader – meine Lieblingsentdeckung im vergangenen Winter, ich habe sogleich alle Back Issues bestellt. Eine dünne, auf Zeitungspapier gedruckte Zeitschrift des britischen Buchverlages Penguin, die sich im ersten Teil in einem langen Interview mit einem Promi über dessen Lesegewohnheiten und -prägungen auseinandersetzt und im zweiten Teil in vielen unterschiedlichen Facetten auf einen Literaturklassiker eingeht. Nach der Lektüre pfeffert man iPad, Netflix und Zeitschriften in eine Ecke und will für immer nur noch Bücher lesen. Auf die Frühlingsausgabe freue ich mich besonders: der Promi ist mein Jugend-Hottie Ethan Hawke, das Buch eines von Selma Lagerlöf – nach der meine Tochter benannt ist. 

Milk Decoration – Einblicke in liebevoll und designaffin eingerichtete Familienwohnungen. 

Bücher wie Blogs, ein Road Trip und ein Manifest: 

Der Mama Style Guide – eine Sammlung cooler, stilbewusster Mütter; eine Art Buch gewordener Mama-Blog.  

40 Days of Dating – die hinreissende Buchfassung eines Dating-Projektes, das im Frühling 2013 als Blog veröffentlicht wurde. Die beiden New Yorker Grafik-Designer Jessica Walsh und Timothy Goodman sind gute Freunde und waren des Datens müde. Also beschlossen sie, sich während 40 Tagen täglich für ein Date zu treffen und ihre Erlebnisse und Empfindungen im Blog festzuhalten. 

Sing mir ein Lied – Die beiden Romane «Adams Erbe» und «Elsa Ungeheuer» der Autorin Astrid Rosenfeld habe ich sehr gern gelesen. In diesem Band nimmt Rosenfeld zusammen mit dem Fotografen Johannes Paul Spengler die Leser mit auf einen Roadtrip von der Ost- zur Westküste der USA. 

We should all be feminists – Den berühmt gewordenen TED-Talk der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie (Americanah) gibt es als dünnes Büchlein, das in Schweden den 16-Jährigen Schülern abgegeben. Die Frau hat was zu sagen.

Und sonst so

Keramikschüsselchen der schwedisch-portugisischen Künstlerin Anna Westerlund. In Lissabon in einem Shop der coolen LXFactory erstanden. Darin befindet sich Schmuck mit sentimentalem Wert, unter anderem ein Pin mit Adriano Celentano-Profil, den es vor vielen Jahren an einer Geburtstagsparty als Mitnehmsel gab. Meine Kinder besorgt dazu: «Kennst du den? Ist das dein neuer Freund?». 

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Weitere Pins in einem Aschenbecher der Brasserie Closerie des Lilas in Paris. Nicht geklaut, sondern von einem lieben Freund lieb beim Barkeeper für mich erbettelt. 

Die Duftkerze «White Coffee on Teta Balcony» von Lola James Harper. Mit der richtigen Geschichte verkauft man mir beinahe alles. 

Notizheft & Stift – immer von Sonntag auf Montag schlafe ich schlecht, habe aber im Halbschlaf Geistesblitze en masse und erarbeite vollständige, natürlich brillante Konzepte. Beim Aufwachen ist viel noch da, aber schon nach wenigen Minuten rückt alles in die Ferne. Ein Tipp meiner Chefin – der ich dann jeweils am Montag um 10 Uhr von meinen nicht mehr fassbaren genialen Meisterleistungen erzähle – alles sofort aufschreiben! 

Priska Hofmann, Managing Editor & Head of Digital