02. Jul 2018

TEXT VON

Samuel Haitz

FOTOGRAFIEN VON

© Vogue / Kim Weston Arnold / Indigital.tv

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Modemacher Demna Gvasalia präsentierte gestern in Paris seine bisher wohl persönlichste Kollektion für sein Label Vetements. Der gebürtige Georgier wuchs während dem georgisch-abchasischen Bürgerkrieg in den 90er-Jahren auf. Eine einschneidende Erfahrung, welche die aktuellen Designs für Frühling/Sommer 2019 des in Zürich ansässigen Labels prägte. 

Die Schau fand unter einer Pariser Autobahnbrücke statt – in einem Gebiet, in dem auch so einige Flüchtlingslager angesiedelt sind – kein Zufall: Gvasalia  gibt sich, wie schon in seiner letzten Kollektion für Balenciaga, für die er mit einem Hilfswerk zusammenarbeitete,  bewusst politisch: «Heutzutage reden alle über Krieg und Flüchtlinge. Ich weiss, was das bedeutet. In dieser Kollektion geht es um mein Leben, aber auch um alles was man auf CNN sieht.» 

Die traumatischen Erlebnisse des Bürgerkrieges inspirierten den Designer zu Sturmhauben, Camouflage-Prints, Nieten-besetzten Accessoires und Halsketten mit Gewehrpatronen-Anhängern.

Die Entwürfe sind aber auch gespickt mit Referenzen auf die Kultur seines Heimatlandes: Traditionelle Stoffe, das georgische Alphabet und die Nationalflagge finden auf etlichen Stücken Verwendung und betonen so auch die schönen Seiten Georgiens. Der Fokus lag bei dieser Kollektion anscheinend auf der Message – modisch vermag sie nämlich nur bedingt zu überzeugen.