13. Apr 2016

TEXT VON

Irina Paradiso

FOTOGRAFIEN VON

Galerie Kronsbein

Das Phantom der Kunstwelt

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Die Ausstellung «Banksy – King of Urban Art» in der Galerie Kronsbein in München zeigt 40 ausgesuchte Originale und Editionen des britischen Streetart-Künstlers Banksy, der durch seine Stencils (Schablonenbilder) berühmt wurde.

Der Brite, der ein grosses Geheimnis um seine Person macht, ist für seine provokanten Motive bekannt: So erscheint die Queen – und das kommt im Vereinigten Königreich der Gotteslästerung gleich – in der Ausstellung als Schimpansendame im royalen Ornat oder mit Ziggy-Stardust-Blitz überm Antlitz. Auf einer gut sichtbaren Fassade knutschen zwei Bobbys und der ehemalige Premierminister Winston Churchill muss sich eine giftgrüne Irokesenbürste gefallen lassen, die wie ein Staublappen über seiner erhöhten Stirn liegt.

Der Guerillasprayer liefert keine plumpen Demontagen, was er anzumerken hat, ist herrlich ironisch, raffiniert, oft genug scharfsinnig auf den Punkt gebracht. Deshalb sind Kunstagenten und potente Sammler hinter seinen Stencils her. Und es verwundert nicht, dass auch Hollywoodstars wie Leonardo DiCaprio, Brad Pitt oder Coldplay-Frontmann Chris Martin zu seinen Fans gehören.

Sein jüngstes Projekt das Themenpark Dismaland – eine abgründig-böse Parodie auf Disneyland im tristen englischen Ferienort Weston-super-Mare. Dieser
zog in fünf Wochen rund 150 000 Besucher an und brachte der Stadt 27 Millionen Euro ein. Das muss Banksy auch erst einer nachmachen.

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Banksy – Bomb Love (2003)
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Banksy – Rude Copper (2002)
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Banksy – Girl with Balloon (2004)
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Banksy – Monkey Queen (2003)