05. Jun 2019

TEXT VON

Leoni Hof

Diese 5 Bücher sollten Sie mit in die Badetasche packen

  • Share

Dass Sommerlektüre durchaus Tiefgang haben darf, beweisen unsere aktuellen Buchtipps.

Buch «Mrs Fletcher» von Tom Perrotta

Der Autor Tom Perrotta schreibt Stoff fürs Kino, sein neustes Buch «Mrs Fletcher» (dtv) wird vom Sender HBO gerade zur Serie gemacht. Lesen sollten Sie es trotzdem vorher, Sie werden Tränen lachen. Der Amerikaner legt eine wahnwitzige Abhandlung darüber vor, wie es ist, in mittleren Jahren noch mal ein ganz anderes Leben zu führen. Eve Fletcher, 46, war gerade noch alleinerziehende Mutter, jetzt ist Sohn Brendan auf dem College und sie will sich neu erfinden. Mutter und Sohn bestehen, mal mehr, mal weniger glorreiche Abenteuer, der Autor selbst sagt: «<Mrs Fletcher> ist die Geschichte einer Frau, die eine Superkraft entdeckt oder zumindest ein geheimes Ich, das ihr gesamtes bisheriges Leben auf den Kopf stellt.»

«Lacroix und die Toten vom Pont Neuf» von Alex Lépic erscheint am 24. Juni bei Kampa.

Auf Fans klassischer Krimis wartet «ein Fall für den besten Kommissar von Paris»: Kaum zurück aus dem Urlaub, erreicht Kommissar Lacroix ein Anruf: Unter dem Pont Neuf wurde ein toter Clochard gefunden, dem zwei weitere Männer folgen werden. Drei Tote in drei Nächten, und niemand will etwas gesehen haben – die Clochards sind die Vergessenen der Stadt. Ein gefundenes Fressen für die Presse, die überzeugt ist, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt.

«Die Liebe im Ernstfall» ist bei Diogenes erschienen.

Sie heissen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzt. Sie sind aufgewachsen in den Grenzen der DDR, nun, nach der Wende, wollen sie alles, bekommen vieles, doch immer sticht der Stachel ihrer Rolle als Frau: Muss man gefallen? Muss man gefällig sein? Ist allein zu sein eine Option, oder ist man nur mit Mann oder Familie eine wirkliche Frau? Und wie kann sie gehen, die Liebe in Zeiten wie diesen? Die deutsche Schriftstellerin Daniela Krien verwebt kunstvoll die Geschichten von fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.

«Was verloren geht» von Zinzi Clemmons ist bei Ullstein erschienen.

Das Debüt Zinzi Clemmons` wurde zu Recht von der Kritik bejubelt. Der amerikanischen Schriftstellerin ist eine berührende Coming-of-age-Geschichte geglückt. «Du bist ja keine richtige Schwarze», sagt ihre weisse Mitschülerin eines Tages zu Thandi. Die Worte hallen nach, bis sie eine junge Frau wird. In Pennsylvania wächst sie auf, doch sie gehört nie richtig dazu. Johannesburg ist die Heimat ihrer Mutter – für Thandi unendlich weit entfernt. Bis diese an Krebs erkrankt, das Sterbebett zu Hause aufgebaut wird und Thandi sich mit ihrem Vater die Pflegestunden teilt. Es beginnt eine schmerzliche Reise zu ihren Wurzeln und eine erhellende Suche nach Halt, Liebe, nach einer eigenen Familie.

«Die Entflohene» von Violaine Huisman ist bei S. Fischer erschienen.

«Meine Mutter war eine Naturgewalt», schreibt die französische Autorin Violaine Huisman. Ihr Fahrstil war sportlich, mit quietschenden Reifen fuhr sie über jede rote Ampel der Champs-Elysées, in der linken Hand die Zigarette, in der rechten das Steuer, auf dem Rücksitz die beiden Töchter. Catherine konnte ausrasten, ihre Kinder unflätig beschimpfen, um sie gleich danach in Liebe zu ertränken. Die kleine Violaine und ihre Schwester lieben die Mutter abgöttisch, aber sie ist krank, manisch-depressiv. Mit gnadenloser Aufrichtigkeit und grosser Wärme erinnert sich Huisman an ihre schöne, witzige und widersprüchliche Mutter.