14. Jun 2019

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Bolero

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Diese Frauen inspirieren uns

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Heute gehen in der ganzen Schweiz Frauen für mehr Gleichberechtigung auf die Strasse. Auch die Bolero-Redaktorinnen sind dabei. Und sagen, welche Frauen aus Kunst, Kultur und Mode sie inspirieren.

Leoni Hof, Redaktorin Kultur

Sängerin und Schriftstellerin Patti Smith

Welche Frauen inspirieren mich? Da gibt es wunderbarerweise so einige. Angefangen bei Patti Smith, die so klug wie aufrichtig singt und schreibt und mir Mut macht, dass man den Rock‘n‘Roll auch im Alter nicht verliert. Oder Florence Welch und Joan Wasser, beides Musikerinnen, die mich in diesem Jahr mit ihrer Bühnenpräsenz umgehauen haben. Mit ihrer Stärke und Verletzlichkeit – die mich daran erinnerten, dass sich das beides doch ganz gut vereinbaren lässt. Selbst in Zeiten von gefühlter Unvereinbarkeit von so vielem. Mein Gespräch mit der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn hat mich begeistert, diese Kompromisslosigkeit, wie da eine ihr Leben lebt. Auf meiner Wunschliste für Interviewpartnerinnen steht ausserdem schon lange Schauspielerin Tilda Swinton, die mich mit ihrem Look inspiriert und ihrer Lebensweise. Die offenbar macht, was sie will, sich nimmt, was sie braucht, ob das nun Rollenangebote sind oder Lebenspartner. Ich könnte weiter aufzählen, die Gedichte Mascha Kalékos nennen, die schöne Reisende Annemarie Schwarzenbach, die Designerin Ann Demeulemeester, die Künstlerin Georgia O’Keeffe, die Schauspielerin Sophie Rois. Was mich inspiriert, sind Frauen, die im Reinen sind mit sich selbst. Die ihre Bedürfnisse kennen und formulieren. Ich arbeite dran. Weil ich damit vielleicht auch meine Tochter inspiriere.

Susanne Märki, Leitung Fotoredaktion

Jacqueline Hassink, bekannt unter anderem durch ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Machtzentren der Wirtschaft, ihrer Studie über Frauen an Motorshows und unserer immer stärker digital vernetzten Welt. Eine berührende Künstlerin und Freundin, die ich für ihre Stärke, Kraft und Ehrlichkeit bewundere – und vermisse. Sie ist im November 2018 viel zu früh verstorben.

Priska Amstutz, Textchefin

Emma Watson mit einem Time’s-Up-Fake-Tattoo

Mich inspiriert Emma Watson, weil Frauen wie sie schon zehnjährigen Mädchen vorlebt, worum es geht. Unverkrampft, stilvoll und total selbstverständlich. Neue Generationen brauchen neue Vorbilder. Meine Tochter, 11, hat zumindest ihr erstes grosses Referat zum Thema “HeldInnen” über Emmas Einsatz als Botschafterin für die Gleichstellung der Geschlechter der Vereinten Nationen gehalten. 

Natalie Trüeb, Modeassistentin

Die ehemalige Céline-Designerin Phoebe Philo

Wie keine andere verstand Phoebe Philo, die ehemalige Chefdesignerin von Céline, was frau will – und was nicht. Ihre Mode sollte der Trägerin ein Gefühl von Selbstbewusstsein und Stärke verleihen und richtete sich klar gegen die Sexualisierung des weiblichen Körpers. Als dreifache Mutter vermochte sie zudem, Familie und Karriere gekonnt unter einen Hut zu bringen. Eine wahre Inspiration, von der wir hoffentlich noch viel hören werden. 

Carla Reinhard, Redaktorin Beauty

Die deutsche Autorin und Feministin Margarete Stokowski ist so klug, direkt und lustig, dass ich an ihrer Zürcher Lesung im Februar sofort schockverliebt war. Ihre Bücher “Untenrum frei” und “Die letzten Tage des Patriarchats” seien allen ans Herz gelegt. Sie machen wütend, aber eben auch irgendwie hoffnungsvoll, dass die Entwicklung zu mehr Gleichberechtigung immer noch weitergeht.

Rahel Zingg, Redaktorin

Schriftstellerin Leïla Slimani

Leïla Slimani. Wegen ihrer kompromisslosen Bücher, in der sie Sex zu enttabuisieren versucht. Wegen ihrer Schreibe – ganz klar, direkt, berührend. Wegen ihres Einsatzes. Wegen ihrer Stimme, die sie zu aktuellen Debatten wie sexueller Belästigung, Frauenrechte und muslimischen Migranten, erhebt. Weil sie sich einsetzt für eine Welt, die irgendwann keine puritanistische mehr sein wird. Eine gerechtere, mit «noch grösseren und schöneren Freiräumen für Liebe, Lust und Verführung, wie wir sie uns heute noch gar nicht vorstellen können.»