02. Jun 2019

TEXT VON

Kristin Müller

Farbtherapie

  • Share

Der Frühling bisher: Grau, nass, kalt. Nach einem kurzen Hoch über Auffahrt droht gegen Mitte Woche schon das nächste Tief. Das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Aber all denjenigen, die sich nach den Farben des Sommers sehnen, zeigen wir sieben Städtchen, in denen diese auch ohne Sonnenschein knallen.

Burano, Italien

Mit seinen 2700 Einwohnern ist das Fischerdörfchen Burano eine der am dichtesten besiedelten Inseln in der Lagune von Venedig. Die Farbgebung der Häuser sollte den Erzählungen nach ursprünglich der Orientierung der Fischer dienen, die bei Nebel oder nach ein paar Gläsern zu viel ihr Daheim nur anhand der Farbe identifizieren konnten.


Bo-Kaap, Südafrika

Das kunterbunte Arbeiter-Quartier am Fuss des Signal Hills zählt ohne Zweifel zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Kapstadt. Gerade mal einen Quadratkilometer gross beheimatet es rund 6000, hauptsächlich muslimische Einwohner. Es gilt als eines der ältesten und ursprünglichsten Stadtviertel der Metropole.


Procida, Italien

Rund 11000 Menschen leben im gleichnamigen Hauptort der Insel im Golf von Neapel – die dicht besiedelte des ganzen Mittelmeers, übrigens. Wie ihre Schwesterinsel Ischia ist auch Procida vulkanischen Ursprungs. Tourismus spielt hier allerdings nur eine untergeordnete Rolle – noch.


Chefchaouen, Marokko

2013 wurde die nordmarokkanische Stadt von der UNESCO als Teil des Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Spätestens seit jenem Zeitpunkt kursieren unzählige Bilder der blauen Gassen von Chefchaouen im World Wide Web. Die Farbe soll der Legende nach vor dem «bösen Blick» schützen.


Havana, Kuba

Keine Metropole der Welt steht so sehr für Farbe und Lebensfreude wie La Habana. Die kunterbunten Kolonialbauten, die pastellfarbenen Oldtimer, die grellen Outfits der Locals – hier geht alles, ausser Grau.


Sighișoara, Rumänien

Farbenpracht, wo man sie wohl kaum erwartet: Die Kleinstadt Sighișoara im Zentrum Rumäniens gilt als mögliche Geburtsstätte des grossen Graf Dracula. Ihr einzigartiges historisches Zentrum wurde 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

La Boca, Argentinien

Der Stadtteil im Osten von Buenos Aires ist der Welt in erster Linie dank seines legendären Fussballvereins, den Boca Juniors ein Begriff. Ursprünglich war La Boca das Viertel italienischer Einwanderer. Heute gilt es dank seiner aus dem Blech abgewrackter Schiffe gebauten, bunt bemalten Häuser als Haupt-Touristenattraktion der argentinischen Hauptstadt.