26. Mar 2019

TEXT VON

Leoni Hof

Freundinnen fürs Leben

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Lesenswert: Peggy Mädlers Roman «Wohin wir gehen».

Die deutsche Autorin Peggy Mädler legt mit «Wohin wir gehen» ihren zweiten Roman vor. Der kommt unaufgeregt daher und erzählt dabei pointiert und ohne ein Wort zu viel zu verlieren vom Älterwerden und Abschiednehmen, über Neuanfänge und das Immer-wieder-Weitermachen. Die Handlung: Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der Vierzigerjahre, sind beste Freundinnen. Als Almuts Eltern sterben, nimmt Rosas Mutter die Mädchen mit nach Brandenburg. Sie teilen Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung, aber auch von wachsender Verbundenheit mit dem neugegründeten Staat.

Almut und Rosa werden Lehrerinnen, ziehen nach Berlin, doch mit 30 entscheidet sich Rosa abermals für einen Neuanfang und Almuts Welt bricht zusammen. Ein halbes Jahrhundert später hat Almuts Tochter Elli ebenfalls eine beste Freundin, die sich im Alter um Almut kümmert, als Elli in Basel eine Stelle am Theater hat. Erfahrungen und Erinnerungen lagern sich wie Sedimente ab. Lebenswege verschlingen sich, zwischen den Familien und den Generationen, es geht immer auch ums Weggehen, Ankommen oder Bleiben – und um den Moment, in dem man sieht, was wirklich zählt.

«Wohin wir gehen» von Peggy Mädler ist bei Galiani Berlin erschienen.