14. Jun 2019

TEXT VON

Rahel Zingg

Gleichberechtigung – wir sind dran!

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Es gibt jede Menge Gründe, wütend zu sein.

Weil es 2018 noch immer keine gleiche Bezahlung gibt, weil überall auf der Welt diskriminierende Parteien an Beliebtheit gewinnen und weil noch immer nicht Rechte für alle überall gelten, ist es in diesem Jahr umso wichtiger, den Frauenstreik für ein Statement zu nutzen. Für unsere Töchter, für unsere Mütter, für ihre Mütter, für alle, die sich mit uns bemühen und last, but definitely not least, für uns.

Abgesehen davon heute zu streiken, kann aber noch viel mehr getan werden. Das ganze Jahr hindurch (crazy idea).

Organisationen unterstützen, die Frauen fördern

Spenden Sie, wenn es Ihnen möglich ist, an eine Organisation Ihrer Wahl, die sich für Frauen und ihre Rechte, Nöte und Bedürfnisse einsetzt. Hier sind ein paar Shortcuts:

Auf Defizite aufmerksam machen

Bei einem Streitgespräch muss gar nicht dogmatisch vorgegangen werden, denn es gilt nach wie vor Meinungsfreiheit. Wir meinen also nicht, dass Sie von morgens bis abends mit allen streiten, die nicht Ihrer Meinung sind. Erklären Sie, warum Sie als Frau nicht möchten, dass man Sie ständig zum Lächeln auffordert. Bestehen Sie darauf, nicht unterbrochen zu werden.

Gilt auch für die Männer

Frauen und Männer dürfen sich nicht hinter den alten Fronten des Geschlechterkampfes verschanzen. Wir können als Frauen unsere kurzen Röcke anlassen, und Männer können sich auch mal einen Knopf annähen lassen, ohne dass das zum Politikum werden muss. Das feministische Denken, das wir heute brauchen, bemüht sich vielmehr um Formen des Umgangs, in denen Frauen und Männer zwanglos, aber tatsächlich gleichberechtigt leben können. Dafür braucht es vor allem wieder mehr Solidarität – der Frauen untereinander, aber auch zwischen den Geschlechtern.

Feminismus ist nicht gleichbedeutend mit vertrockneten Parolen und veralteten Vorstellungen; er kann jung, cool und auch intellektuell anspruchsvoll sein, er kann Spass machen. Und das Beste: Männer können dabei sein, das sollen sie sogar.

We Should All Be Feminists heisst ein berühmter Essay der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. Adichie appelliert darin an eine männliche Sensibilisierung, auch für die kleinen Ungerechtigkeiten im Alltag. Männer sollten genau hinschauen und die Gelegenheiten nutzen, um eine klare Haltung zu vertreten: WeAll. Ein Nachdenken über Geschlechterrollen, ein Aufbrechen von Stereotypen kommt nicht zuletzt auch Männern zugute.