03. Sep 2019

TEXT VON

Leoni Hof

Hundeleben

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Der amerikanische Künstler William Wegman wurde berühmt mit Fotografien seiner Hunde. Scharfsinnig und ironisch stellt er menschliche Charaktere und ihre Schwächen, aber auch Trends in Mode, Kunst und Zeitgeist dar. Die Arbeiten sind jetzt in Lugano zu sehen. 

Als der amerikanische Künstler Man Ray Ende der siebziger Jahre starb, klingelte bei William Wegman (*1943) unentwegt das Telefon. Man wollte ihm kondolieren. «Aber nein, der Künstler ist tot, nicht der Hund», habe er den Anrufern entgegnet. So erzählt er es Jahre später David Letterman. Da ist Wegman schon bekannt für seine Fotografien von Weimaranern. Seit den siebziger Jahren stellte der Künstler sie ins Zentrum seiner Kunst. Seinen ersten Hund dieser Rasse, hatte er Man Ray getauft.

«Wolf», 1994.

Mit Man Ray, Fay Ray, Penny, Bobbin, Chip, Chundo, Crooky stellt Wegman menschliche Charaktere und ihre Schwächen, aber auch Trends in Mode, Kunst und Zeitgeist dar. Seine Arbeiten sind nun im Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano zu sehen. Die Ausstellung umfasst neunzig grossformatige Polaroids und rund zehn Pigmentdrucke, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler ausgewählt wurden.

«Red Wine», 1998.
«Qey», 2017.

«William Wegman. Being Human», Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano, 8. September bis 6. Januar 2020.