26. Nov 2019

TEXT VON

Leoni Hof

FOTOGRAFIEN VON

Sam Taylor Johnson, «Soliloqui I», 1998.

I feel you

  • Share

Was löst Kunst in uns aus? Die Werke dieser Schau brauchen keine Erklärungen. 

Freude, Begeisterung, Ärger, Abscheu, Traurigkeit. Welche Gefühle kommen beim Betrachtung von Kunstwerken hoch? Wann zieht uns ein Bild an, wann stösst es uns ab? Bei dieser Schau können Sie sich allein von Ihrer Intuition leiten lassen. Die Ausstellung «Feelings» möchte den unmittelbaren Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachtenden anregen, eine intensive emotionale Auseinandersetzung.

Marlene Dumas, «The Accident», 1986.

Geheimnisvolle Motive und atmosphärische Bildräume prägen die ausgestellten Arbeiten. Die Auswahl der Exponate ist subjektiv, auf den kunsthistorischen Kontext oder erklärende Wandinformationen wird bewusst verzichtet. Kann das gelingen?

Gillian Wearing, «In this emptiness women are an answer for me», 1992-1993.

Die Erforschung der Emotionen ist ein noch junger Zweig in der Psychologie, der Soziologie, den Geschichts- und den Neurowissenschaften. Belegen lässt sich aber, dass uns emotionale Kräfte viel stärker beeinflussen, als wir es bisher wahrhaben wollten. Nicht zufällig setzen Politik und Werbung schon lange und durchaus manipulativ darauf, mit Bildern Gefühle hervorzurufen.

Vlassis Caniaris, «Chicken Coop (Hühnerstall)», 1974.

Gefühle machen uns zu Menschen. Eine ganze Bandbreite davon steckt in den Bildern, Objekten, Filmen und Räumen dieser Schau. Die Ausstellung «Feelings – Kunst und Emotion» ist in der Pinakothek der Moderne in München bis zum 4. Oktober 2020 zu sehen.