Designobjekte von Ettore Sottsass

28. Sep 2017

TEXT VON

Cléo Loulou Amacher

Italienischer Wutausbruch

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Mit einem Bob-Dylan-Song hat alles angefangen: Als der Designer und späterer Mitbegründer der Memphis-Bewegung Ettore Sottsass seine Berufsfreunde zu einer Sitzung einlädt, läuft «Stuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again» nämlich in Endlosschlaufe. Im Dezember 1981, also ein Jahr später, präsentierte das Kollektiv rund um Sottsass dann ihre erste Möbelkollektion in Mailand.

Der Designer Ettore Sottsass ©Studio Ettore SottsassZeichnungen für die Lampen Tahiti und CavalieriRegal Carlton von Sottsass
 
 
Was ursprünglich als Reaktion auf die Selbstherrlichkeit der Möbelhersteller entstanden ist, entwickelte sich zu einer ganz neuen, eigenen Formensprache: Memphis. Das italienische «Antidesign» stellte die Prämisse der Funktionalität infrage und präsentierte stattdessen Möbel, die kaum einen rechten Winkel aufwiesen, dafür aus Formen wie Kugeln und Kegeln bestanden. Es prägte die Designentwicklung des 20. Jahrhunderts nachhaltig und erfreut sich bis heute grosser Beliebtheit. Für einen Monat sind die knallbunten, geometrischen Klassiker – wie etwa das Regal «Carlton» von Ettore Sottsass – auch in der Zürcher Galerie Marcoliver zu bestaunen.
 
Ettore Sottsass, vom 28.09.2017 bis zum 28.10.2017 in der Galerie Marcoliver, Badenstrasse 123, 8004 Zürich.