Jonathan Saunders und Dior

24. Mar 2016

TEXT VON

Samuel Müller

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Imaxtree

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Kommt es zur französisch-schottischen Ehe zwischen Dior und Jonathan Saunders?
Diese Frage beschäftigt seit ungefähr 72 Stunden die digitale Modeszene. Während dieser Artikel verfasst wird, ist noch nicht klar, ob es sich dabei nur um ein Gerücht handelt. Eindeutig hingegen ist: Wir hätten nicht die geringsten Einwände. Hier ein paar gute Gründe, warum der 1977 geborene Designer aus Glasgow den Posten übernehmen sollte…

1. Er hat Zeit… denn obwohl ein Liebling der Modeszene, hat er 2015 sein nach ihm benanntes Label dicht gemacht. Die energieraubende Suche nach Investoren hat ihren Tribut gefordert. Bei Dior könnte sich Saunders auf seine Kernkompetenz, das Entwerfen, konzentrieren. Sein kreatives Talent ist unbestritten — Auszeichnungen beispielsweise des British Fashion Council und unzählige Editorials in allen relevanten Magazinen bestätigen das.

2. Erfahrung… bringt er genug mit. Nur ein Jahr nach seinem Abschluss gründete er 2003 sein eigenes Label. Nebenher lieh er sein Talent anderen Modehäusern und hat beispielsweise für Alexander McQueen den bekannten Druck mit kaleidoskopisch angeordneten Strelitzien entworfen. Auch Pucci, Lacroix oder Chloé nahmen schon seine kreativen Dienste in Anspruch.

3. Seine Ästhetik… ist von ausgefeilten Farbkonzepten und Mustern geprägt. Kein Wunder, denn Saunders hat 2002 den Master in «Printed Textiles» vom renommierten Central Saint Martins College erhalten. Wie der Regisseur Pedro Almodóvar erzählt der Schotte ganze Geschichten mittels Farben und ruft Emotionen bei der Trägerin oder dem Betrachter hervor. Bei Dior stünde ihm weiterhin die ganze Palette zur Verfügung, denn das Haus ist zum Glück fernab von Monotonie

4. Die Materialien… wählt er sorgfältig aus. Die Lust am Experimentieren ist durchgehend spürbar, der Umgang mit klassische Stoffen souverän. Mit den Ressourcen Diors hätte Saunders Zugang zu den besten Herstellern weltweit. Und falls er auch gleich die Haute Couture übernähme, wären wir extrem gespannt auf extremere Looks.

5. Bekanntheit und Glamour… gehen einher mit dem Posten als Kreativchef von Dior. Raf Simons hat darunter gelitten. Saunders ist daran gewöhnt und macht in der Öffentlichkeit immer eine äusserst gute Figur. Seine Klientel ist so illuster wie modisch. Den Beweis liefert das Internet: Berühmtheiten wie Michelle Obama, Sienna Miller oder Victoria Beckham wurden vielfach in seinen Kleidern abgelichtet.