Einschlafen unter leuchtenden Sternen

Das Hotel Noël bringt ein einzigartiges Erlebnis nach Zürich. In zehn verschiedenen Hotels haben lokale Künstlerinnen und Künstler je ein Zimmer gestaltet. Das Thema: Weihnachten. Bolero hat das Hotel Glockenhof besucht, wo Sebastian Utzni den Raum in einen leuchtenden Sternenhimmel verwandelt hat.

Hotel Noël 1

Ich fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit, als in meinem Zimmer leuchtende Sterne an der Decke klebten. Der Künstler Sebastian Utzni (40) hat für das Hotel Noël ein Zimmer im Zürcher Glockenhof geschaffen, das mich in genau diese Erinnerungen meiner Kindheitstage entführt. Unter einem leuchtenden Sternenhimmel schlafe ich selig ein, während dieses angenehme Gefühl von Nostalgie mein Herz schwemmt.

Doch es sind keine gewöhnlichen Sterne, die an den Wänden, der Decke, den Duvets und Vorhängen von Utznis Zimmer prangen. Der deutsche Künstler hat sie in verschiedenen Flaggen gestaltet. Er will damit die Internationalität, Offenheit und den Ideenreichtum der Stadt Zürich darstellen. «Ich habe die Himmelskörper von ihren Fahnen isoliert und dann mit anderen wieder zusammengebracht. Dadurch entsteht etwas Verbindendes», sagt Utzni und fügt hinzu: «No borders, no nations.»

Seinem Konzept gibt er den Namen «Sky is the Limit». Es soll als Oase der Ruhe im Herzen der Stadt dienen, aber auch ein Zimmer für Philosophen sein. «Ich wünsche mir, dass die Menschen, die in meinem Zimmer einchecken, die Offenheit mitbringen, sich voll und ganz auf dieses spezielle Erlebnis einzulassen», sagt Utzni. «Und sind es auch nur zehn Minuten.» Das Zimmer soll Ruhemomente bringen, besonders während des ganzen Trubels in der Weihnachtszeit.

Um das Leuchten der Kleber ganz zum Vorschein zu bringen, hat der Künstler eine Scheinwerferlampe bereitgestellt. Diese solle man für kurze Zeit einstellen, um dann in den Genuss stark leuchtender Sterne zu kommen. Leider hält das ganze Spektakel dann aber nur etwa zehn Minuten. Was aber im Grunde gut ist, schliesslich will man ja auch gut schlafen können.

Ebenfalls Teil von Utznis Arbeit sind ein Fernseher, der zufällige News eines internationalen Senders abspielt, sowie Visitenkarten von Restaurants in Zürich, die Essen aus aller Welt anbieten und die der Künstler empfiehlt. Eine weiter Anspielung auf die Diversität Zürichs.

Diese Diversität spürt man auch an Zürichs Weihnachtsmärkten. Dort gibt es viele internationale Leckereien zu kosten. Ein Muss, wie auch Utzni findet. «Während der Adventszeit darf man es nicht missen, sich durchs Gedränge auf dem Christchindlimarkt im Hauptbahnhof zu quetschen, um dann am Ende zum legendären Swarovski-Weihnachtsbaum zu gelangen.» Der Künstler stehe absolut auf diese typischen, «trashigen» Weihnachtssachen. Vor allem auch die Beleuchtung in der Bahnhofstrasse hat es ihm angetan: «Die Kälte und Dunkelheit im Winter ist einfach nicht meins, wenn ich dann dieses Lichtermeer sehe, dann stimmt mich das sofort zufrieden. Diesen Bezug zum Licht nimmt schliesslich mein Zimmer auch wieder auf.»

Utzni stammt ursprünglich aus Augsburg (D), lebt und arbeitet heute in Zürich und Luzern. Sein Atelier hat er in der Kulti Wetzikon, wo er genug Platz hat, um an verschiedenen Sachen gleichzeitig zu arbeiten. «Bei mir beginnt alles immer mit einer Idee. Danach denke ich erst darüber nach, wie ich das Ganze umsetzen kann. Ich arbeite über verschiedene Disziplinen hinweg, schliesslich müssen Form und Inhalt harmonieren», erklärt der Familienvater seinen Schaffensprozess.

Die Hotel-Noël-Idee gefällt Utzni: «Es ist immer eine coole Sache, wenn Kunst auch abseits von den Museumsmauern in Kontakt mit den Menschen kommt.» Und etwas Neues auszuprobieren sei schliesslich nie schlecht.

In Utznis «Sky is the Limit»-Zimmer strahlen insgesamt rund 3500 Himmelskörper. Für die ganze Planung und Umsetzung brauchte der Künstler etwa ein halbes Jahr. Am Ende wurde sein Hotel-Noël-Beitrag sogar zu einem Familienprojekt: «Meine Kinder haben auch mitgeholfen, die Kleber an den Wände anzubringen. Sie hatten eine Riesengaudi dabei», fügt der Künstler lachend an.

Gut zu wissen:

Café-Tipp: Sebastian Utzni rät zu einem Kaffee in der Le Raymond Bar. Dort, nahe beim Paradeplatz direkt am Wasser, kehre zwischen all dem Trubel Ruhe ein.

Erlebnis-Tipp: Weiter empfiehlt er einen Besuch im Seebad Enge. Dort entspannt es sich in der Sauna ganz gut. Und wer mutig genug sei, der springt wagemutig in den eiskalten See.

Und noch mehr erleben: Mit der Zürich Card geniessen Stadtentdecker die ganze Vielfalt von Zürich. Den Pass gibt es entweder für 24 (27 Franken für Erwachsene, 19 Franken für Kindern) oder 72 Stunden (53 Franken für Erwachsene, 37 Franken für Kinder). Dafür gibt es freie Fahrt in der 2. Klasse mit Tram, Bus, Bahn, Schiff und Seilbahn in der Stadt Zürich und Umgebung, kleine Schifffahrten und Limmatbootstouren, freien Eintritt oder Ermässigung in vielen Museen und vieles mehr.

Mehr zum Hotel Noël:

Das weihnachtliche Pop-up-Hotel überrascht mit zehn individuell gestalteten Zimmern in zehn Zürcher Hotels. Designt wurden die Räume von zehn lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Zimmer können vom 26. November bis 26. Dezember gebucht werden. Mit dabei sind folgende Hotels und Kunstschaffende:

  • Hotel Restaurant Bar Helvetia: Mizzo (Myriam Gämperli)
  • Sorell Hotel St. Peter: Benjamin Solt
  • Hotel Krone Pop-up: Martina von Meyenburg
  • Design & Boutique Hotel Plattenhof: Matthias Gubler
  • Marktgasse Hotel: Yehteh (Philipp Dornbierer)
  • Hotel Sedartis: Husmann&Tschaenni
  • Storchen Zürich: Alain Kupper
  • 25hours Hotel Zürich Langstrasse: schoenstaub
  • Glockenhof Zürich: Sebastian Utzni
  • Greulich Design & Lifestyle Hotel: Corso Bertozzi

Für alle Interessierten: Am 25. November 2021 findet ab 18 Uhr in allen zehn Hotels eine Vernissage in Anwesenheit der Künstler statt. Alle sind willkommen!

Weitere Informationen findest du hier.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise.

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