Fernwehgeflüster

Die Welt – unsere Lehrerin

Boleromagazin.ch-Redaktorin Vanessa Büchel reist fürs Leben gern. In der Kolumne «Fernwehgeflüster» erzählt sie von berührenden Momenten, witzigen Anekdoten und permanenten Herausforderungen des Unterwegsseins und gibt hilfreiche Tipps fürs Reisen.

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Dieses Gefühl der unendlichen Freiheit, das einen beim Reisen begleitet, ist unbezahlbar. Unbekannte Orte entdecken, neue Lieblingsplätze finden und Freundschaften mit fremden Menschen schliessen, zwischendurch Heimweh haben, exotische Spezialitäten probieren und unvergessliche Erinnerungen machen – nichts geht über die vielen neuen Erfahrungen, die man unterwegs sammelt, und die Breite an Emotionen, die man erlebt.

Dass einem all diese neuen Erlebnisse auch etwas Wertvolles beibringen können, bedenken viele nicht. Doch genau das tun sie! Wer viel reist, wird offener, mutiger und respektvoller, um nur ein paar Dinge zu nennen.

Dank Reisen lernen wir neue Kulturen kennen, mit denen wir sonst nicht in Berührung kommen würden. Je nach Art und Länge des Trips kann man mehr oder weniger intensiv in das Unbekannte eintauchen. Auf meinen längeren Reisen habe ich tiefe Einblicke erhalten, die mir Essen, Traditionen und Religion eines Landes nähergebracht haben. Vor Ort habe ich so viel mehr gelernt, als ich in der Schule im Geografie- oder Religionsunterricht je hätte lernen können.

Wer sich vermehrt auf unbekanntes Terrain wagt, der wird automatisch offener gegenüber Neuem. Nicht nur beim Reisen, auch im Alltag verliert man so seine Hemmungen und wagt es auch mal, etwas Ungewohntes auszuprobieren. Man wird mutiger und traut sich eher, aus seiner Komfortzone zu treten.

Unterwegs kommen wir in Berührung mit so vielen unterschiedlichen Menschen aus den verschiedensten Ländern – Menschen mit den verschiedensten Hintergründen und verschiedensten Hautfarben. Wir lernen, dass wir am Ende alle gleich sind und derselben Rasse angehören: den Menschen! Egal woher jemand kommt, welche Nationalität er hat oder wie sie aussieht, wir sind alle ebenbürtig. Und genau diese Botschaft ist so wichtig, dass möglichst viele Menschen dies erleben sollten.

Reisen erlaubt es uns, die Welt von einer anderen Perspektive zu betrachten. Wir können ein Land aus den Augen eines Einheimischen sehen und es mit ihm zusammen erleben. Wer immer nur in seiner sicheren Blase zu Hause sitzen bleibt, dessen Horizont bleibt begrenzt. Macht man sich auf, um das weite Unbekannte zu erkunden, öffnet das den Blick auf das Leben in seiner ganzen Bandbreite und wunderbaren Vielfalt.

Im Umgang mit anderen Menschen lernen wir unterwegs, toleranter, respektvoller und freundlicher zu sein. Wir leben alle auf einem Planeten, haben nur dieses eine Zuhause und sollten es schätzen und pflegen. Wir sind eine Gemeinschaft und sollten uns gegenseitig unterstützen.

Manchmal verspürt man Heimweh, und das ist auch in Ordnung so. Vielleicht schätzen wir sogar unser Daheim noch mehr, nachdem wir lange unterwegs waren. Reisen hilft uns, dem, was wir schon haben, mehr Anerkennung zu schenken. So schön es ist, nach den Ferien nach Hause zu kommen, so schön ist es auch, unterwegs zu sein. Und vielleicht muss man auch nicht zwingend in einer Wohnung oder einem Haus daheim sein. Nicht umsonst heisst es: Home is where the heart is – daheim ist, wo das Herz ist!

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