19. Aug 2018

TEXT VON

Tina Bremer

FOTOGRAFIEN VON

The Fontenay

Kurvenstar

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Das Hamburger Hotel The Fontenay hat sich aufgemacht, eines der besten Häuser Deutschlands zu werden.

Als der amerikanische Schiffsmakler John Fontenay (1770-1835) sich in Hamburg niederliess, kaufte er nach und nach Grundstücke auf, die damals noch vor den Toren der Stadt lagen. Im Laufe der Jahre avancierten die Immobilien im Grünen zu den begehrtesten der Hansestadt. Mit direktem Blick auf die Alster, zentrumsnah und doch so ruhig, als würde man sich auf dem Land und nicht in einer Grossstadt befinden.

Die Zimmer sind elegant, zurückhaltend eingerichtet. Nice: technische Gimmicks wie der schwenkbare Fernseher oder der Lautsprecher in der Dusche, der sich mit dem eigenen Handy verbinden lässt – mitsingen unter der Dusche ist also auch kein Problem. 

Auch Fontenay trug zu dieser Idylle bei – wenn auch im Kleinen. Für jedes seiner Kinder pflanzte er einen Baum. Deren Kronen dienten dem Architekten Jan Störmer als Inspiration, als er das Luxushotel The Fontenay entwarf. Das Gebäude setzt sich aus drei Rotunden zusammen, welche die Wipfel repräsentieren. Schaut man aus den bodentiefen Fenstern des Parkview, blickt man auf die Platanen, welche vor dem Restaurant stehen. Aber auch die dahinter liegende Alster war Inspirationsquelle – so schwingt sich das Hotel wie eine sanfte Welle an ihrem Ufer entlang. Und auch innen: Kurven, wohin man blickt.

Am imposantesten sind diese im 27 hohen Meter Atrium, dessen 25 Meter lange Sitzbank eigens für das Hotel angefertigt wurde. Wie viele der Möbel, im The Fontenay gilt: Function follows form und nicht umgekehrt – die Architektur hat den Takt vorgegeben. Auch die Teppiche in den sich windenden Fluren wurden von der Hongkonger Nobelmanufaktur speziell für das Luxushotel hergestellt.

Das 27 Meter hohe Atrium – hier wird am Nachmittag auch der High Tea serviert

Im sechsten Stock befindet sich das Spa, das deutschlandweit erste, welches La-Mer-Anwendungen anbietet. Passend zum maritimen Norden. Vom Infinity-Pool geht der Blick auf die Aussenalster, genau wie von der Bar, die sich ebenfalls zuoberst befindet. An lauen Abenden kann man es sich mit einem Cocktail auf der Dachterrasse gemütlich machen und die Segelschiffe und Kanus beobachten, die durchs Wasser ziehen.

Das Spa arbeitet exklusiv in Deutschland mit den Produkten der Luxusmarke La Mer

Über eine Wendeltreppe geht es ins Gourmetrestaurant Lakeside, in welchem Cornelius Speinle für Sensationen auf der Zunge sorgt. Der junge Schweizer war Geschäftsführer des «Dreizehn Sinne» in Schlattingen, in welchem er sich schnell den ersten Michelin-Stern erkochte, bevor er als Küchenchef ins The Fontenay wechselte.

Auch der Inhaber Klaus-Michael Kühne hat eine Verbindung zur Schweiz: Der Hamburger Logistikunternehmer und Milliardär lebt schon seit Jahren in Schindeleggi. Seine Verbindung zur Heimat ist aber nie abgerissen, noch immer fördert Kühne beispielweise den lokalen Fussballverein HSV. Und jetzt also sein eigenes Hotel in der Heimatstadt, das er zum ersten Haus am Platz und zu einer der besten Adressen in Deutschland machen will. Es scheint ihm geglückt.