16. Apr 2019

TEXT VON

Leoni Hof

Neue Sicht

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Nein, dies ist nicht der erste Film über den Maler Vincent van Gogh – alle anderen vorher seien jedoch schrecklich. So tönt Regisseur Julian Schnabel, der mit «At Eternity’s Gate» alles besser gemacht haben will. Und tatsächlich gelingt ihm hier grosse Kunst (ob ihm die auch als Maler gelingt, sei mal dahingestellt und tut hier nichts zur Sache). Für den Film besetzt Schnabel den grossartigen Willem Dafoe als van Gogh. Als Zuschauer wähnt man sich ihm nah, wie er schnaufend über vertrocknete Sonnenblumenfelder läuft, man sieht mit seinen Augen, hört seine Gedanken. Spürt die Verzweiflung des verkannten Genies, die Kraft seiner Kunst. Wenn das ein Film vermag, gelingt viel. Anschauen!

Die Story: Um den Zwängen des Lebens von Paris zu entkommen, hat sich der Maler in die Dörfer von Arles und Auvers-sur-Oise zurückgezogen, wo man ihn teils liebevoll, teils brutal behandelt. Madame Ginoux, die Besitzerin eines örtlichen Restaurants, hat wegen seiner Armut Mitleid mit ihm und gibt ihm einen Band, den er mit Zeichnungen füllt. Andere fürchten seine düsteren Stimmungsschwankungen. Sein enger Freund und Künstlerkollege Paul Gauguin kann ihn nicht mehr ertragen und macht sich davon. Allein sein geliebter Bruder und Kunsthändler Theo unterstützt ihn unablässig, schafft es aber nie, auch nur ein einziges Gemälde Vincents zu verkaufen.

«At Eternity’s Gate» startet am 18. April in den Deutschschweizer Kinos.