12. Jun 2018

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Bolero

Perlkunst aus Afrika

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Das Museum Rietberg in Zürich lockt aktuell Besucher mit der Ausstellung «Perlkunst aus Afrika: Die Sammlung Mottas» an. 

Ob extravagante Schmuckstücke, imposante Masken oder königliche Hocker – die Ausstellung zeigt die Vielfalt von Perlarbeiten aus dem südlichen sowie östlichen und westlichen Afrika. Von der Kunstgeschichte lange verkannt, sind Frauen als Schöpferinnen von Perlarbeiten von grosser Bedeutung für die afrikanische Kunst. Die Ausstellung macht erkenntlich, dass Perlarbeiten vielmehr als nur ästhetische Objekte sein können. Muster und Farben können komplexe Botschaften über den Status, die Identität und den kulturellen Hintergrund der Menschen übermitteln. Weiter verweist die Vielfalt an Formen auf unterschiedliche Epochen, geografische Gebiete oder ästhetische Prinzipien des Designs hin. Zugleich wird die verflochtene Geschichte zwischen Afrika und Europa aufgezeigt: Ab dem 17. Jahrhundert wurden Glasperlen in Venedig, Amsterdam oder Tschechien extra für den afrikanischen Markt produziert und gelangten als Handelsgut nach Afrika.

Besonders auffällig: die Strickkollektion des südafrikanischen Modelabels MaXhosa by Laduma. Inspiriert von alten Perlarbeiten verwandelt der Designer Laduma Ngxokolo Farben und Muster von Xhosa-Schmuck in wunderschöne Objekte.

«Perlkunst aus Afrika» feierte die Vernissage im Rahmen der Zürcher Festspiele 2018 und läuft noch bis zum 21. Oktober 2018.