Die Mode-Playlist schlechthin

20. Jul 2020

TEXT VON

Samuel Müller

Playlist im Modefieber

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Diese Playlist ausgesuchter Musikvideos sorgt für visuelle und akustische Höchsttemperaturen… Es steht uns nämlich ein heisser Sommer ohne Festivals bevor! Hüpfende Beats mit schillernden Pailletten unterlegt oder Cowboy-Fransen die im Fernweh-Rhythmus wehen: Die Mischung aus Musik und Mode ist ein hochprozentiger Cocktail. 

Nichts an diesem Auftritt ist flach, ausser der Bauch.

Beginnen wir die Playlist mit einem Musikvideo der Sängerin Sade, welche in den Achtzigerjahren ikonischen Status in Musik und Mode erreichte. Dieser Ausschnitt eines Konzertes illustriert, was der bisweilen abgedroschene Begriff «sexy» eigentlich bedeuten kann. Jüngste Nachahmungen zeigen den grossen Einfluss der Britin auf die Pop- und Modekultur. Kim Kardashian hat sich kürzlich für ein Interview mit Jimmy Fallon von einem legendären Sade-Foto aus dem Jahre 1980 inspirieren lassen. Das Bild zeigt die Sängerin damals mit einem geflochtenen Haarzopf, goldenen Kreolen und in hellblaues Denim gehüllt.


Wenn dir kalt ist, trag den Bikini über den Hosen.

Unbeschwerte Feriengefühle zum nostalgischen Neunzigerjahre-Beat: Die Schwedin Robyn zeigt uns ihre trendige Inselgarderobe im Musikvideo Between the lines. Seit beinahe drei Dekaden verbindet die 41-Jährige in ihren Songs starke Emotionen mit musikalischem Zeitgeist. Für die letzte Tour, die jüngsten Videos und Live-Auftritte griff sie meist zu Outfits ihrer schwedischen Freunde von Acne Studios oder trug Massanfertigungen von Nicolas Ghesquière, dem Chefdesigner bei Louis Vuitton.


Geschlechterrollen sind ein gesellschaftliches Konstrukt, Baby.

Wie sehr kann man seiner Zeit voraus sein? Prince! Im obigen Clip gibt der Funk-Maestro Kiss zum besten, im Rahmen eines Konzertes auf seinem Anwesen Paisley Park. Der 1,6 Meter grosse, kleine Derwisch lässt dabei jeden seiner musikalischen Muskeln spielen und katapultiert die Zuschauer mit einem metallisch-blauen Ensemble in Ekstase. Zeitlebens entfachten sich Kontroversen an Prince’s Spiel mit dem Ausdruck von Gender und Sexualität. Der Musiker verfolgte jedoch seine kreative Vision unbeirrt bis zum Schluss, denn er war Vater und Mutter aller sexy M.F’s.


Tanze, wie es dir gefällt.

«Dieser Song war wie ein Niesen, er kam an einem Stück raus.» sagt Caroline Polachek über die Enstehung ihres Liedes So hot you’re hurting my feelings. Für ihren leichtfüssigen Popsong tanzt die 1985 geborene Amerikanerin durch eine selbstgebastelte Höllen-Kulisse. Ihr naiver Tanzstil verbindet die unterschiedlichsten Referenzen, genau gleich wie ihre Kleiderwahl: Schulmädchenuniform trifft auf Westernboots und Line-Dance-Schritte auf Pantomimen-Gestik. So charmant, dass es etwas weh tut.


Morgenmäntel, Pelerinen oder Bettlaken sind grossartige Outfits.

Es ist eine wilde Beziehung, die Róisín Murphy und die Mode führen. Musikalisch völlig unbedarft und total zufällig plumpste die junge Murphy 1995 in die Rolle als Sängerin der Band Moloko. Auf der Bühne entfaltete sich erst das volle Potential der mittlerweile 47-jährigen Irin. Über die Jahre hat sich die furchtlose Entertainerin als Liebling vieler Modemacher etabliert, so etwa von Viktor & Rolf, Marc Jacobs oder Gareth Pugh. Murphy’s Trick: je extremer ein Outfit, desto unprätentiöser ihre Attitüde.


Zu zweit macht alles mehr Spass.

Böse Zungen behaupten, sie sei nie die beste Sängerin der Supremes gewesen. Mit welcher Ausstrahlung Diana Ross jedoch zur Legende geworden ist, zeigt dieses Musikvideo. Ihr fluffiges Haar schwingend, dazu die Hüfte im hochgeschlitzten Kleid kreisend… um das Publikum ist es vollends geschehen, als Michael Jackson für einige Sekunden an ihre Seite hüpft. Der blutjunge Jackson punktet zudem in der Stilanalyse; die leicht ausgestellte Jeanshose mit groben Cowboystiefel und dazu eine knappe Varsity-Jacke ergeben einen Spätsiebziger-Look, wie er 2020 wieder brandaktuell ist.


Was wissen wir eigentlich von Korea?

Peggy Gou ist das hippste Gesamtpaket der Stunde: DJ, Produzentin und Modemacherin. Für ihre Tracks mischt sie alten Chicago- oder Acid-House und singt dazu (meistens) in ihrer Muttersprache Koreanisch. Seit 2016 steht die 29-Jährige an den Plattenteller des Berliner Clubs Berghain und zementierte damit ihren Kultstatus unter Technofans. Letztes Jahr hat Virgil Abloh (Gründer der Streetstyle-Marke Off-White und kreativer Direktor der Herrenlinie von Louis Vuitton) sie bei der Lancierung ihres eigenen Modelabels Kirin unterstützt. Wir halten Augen und Ohren offen für Miss Gou’s nächsten Coup.