22. Dec 2018

TEXT VON

Kristin Müller

FOTOGRAFIEN VON

Slaven Vlasic/Getty Images, Calvin Klein

Raf ist raus

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Keine zwei Jahre nachdem er im Februar 2017 seine Debut-Kollektion präsentierte, verlässt Raf Simons Calvin Klein mit sofortiger Wirkung.

Überraschend kamen sie nicht, die News vom Abgang des belgischen Designers. Vor rund einem Monat äusserte Emanuel Chirico, CEO des PVH-Konzerns, gegenüber den Medien seine Enttäuschung über den ausbleibenden kommerziellen Erfolg von Simons’ kreativen Visionen. Man habe sich mehr erhofft, meinte Chirico. 
 
Tatsächlich war die Einstellung von Simons ein mutiger Schritt für das Label, das bis zu jenem Zeitpunkt eher mit Jeans und Unterwäsche von sich reden machte, als mit High Fashion. Dem Belgier, der zuvor für Marken wie Dior und Jil Sander designte, wurde als Chief Creative Officer umfassende kreative Freiheit gewährt.
 
Die Herbstkampagne unter der kreativen Leitung von Raf Simons.
Unter dem neuen Namen Calvin Klein 205W39NYC präsentierte er seine Kreationen – und machte das amerikanische Label quasi über Nacht zum neuen Liebling der Modeinsider. Massentaugliche Werbekampagnen wie etwa diejenigen mit den Kardashians hätten helfen sollen, den Hype der Industrie auf den kommerziellen Sektor auszubreiten. Ein Plan, der leider nicht aufging.
 
Der Kardashian-Clan in Calvin Klein.
Die Trennung sei freundschaftlich gewesen, heisst es im offiziellen Statement. Freundschaftlich, aber mit sofortiger Wirkung. Ganze acht Monate vor Ablauf des Vertrages entlässt Calvin Klein Simons. Die Show an der New York Fashion Week im Februar wurde abgesagt. 
 
Und so ist er wieder heimatlos – der Belgier, den die Fashion-Szene vergöttert, der aber auch nach Jahren des Suchens nirgendwo so richtig anzukommen scheint.