22. Oct 2019

TEXT VON

Leoni Hof

Schräger Vogel

  • Share

Komik und Tiefsinn: Nach seiner Welttournee kommt Martin Zimmermann mit zwei Inszenierungen nach Zürich. Hingehen!

Und am Ende lacht man doch. Auch wenn einem das da auf der Bühne nah geht. Weil es an das erinnert, was uns im Allgemeinen und im Speziellen so umtreibt. Martin Zimmermann ist moderner Clown, Bewegungskünstler, leidenschaftlicher Tüftler und halsbrecherischer Möchtegern. Seit gut 20 Jahren choreografiert und inszeniert der Schweizer visuelles und physisches Theater ohne Worte, bei dem Körper und Objekte aufeinandertreffen und im Dialog miteinander auf zauberhafte Art die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischen.

Zimmermann im Stück «Hallo». Ein Versuch, sein absurdes Innenleben nach aussen zu stülpen und seine bizarren Gedanken zu bändigen.

Zimmermanns Arbeiten werden weltweit in prestigeträchtigen Häusern gezeigt. Humor, Magie und Absurdität machen die Einzigartigkeit seines künstlerischen Schaffen aus. Oft entnimmt er der Realität alltägliche Dinge und setzt sie in seine Parallelwelten, wo sie sonderbar deplatziert und absurd wirken.

Aus «Ein Zwei Drei». Die drei virtuosen Tänzer, Artisten und Schauspieler Tarek Halaby, Dimitri Jourde und Romeu Runaein spielen ein Clownstrio in einem ultramodernen Museum. 

Nach seiner Ausbildung zum Schaufensterdekorateur tauschte Zimmermann bald die Kaufhausvitrine gegen die Bühne – ein Schauplatz, der es ihm erlaubt, seine Figuren, die in ihm schlummern, zum Leben zu erwecken. Er sagt: «Mit meiner Arbeit möchte ich Emotionen wecken, die Menschen berühren, sie zum Lachen und Weinen bewegen. Das alles kann ein Clown. Der Clown spielt keine Rolle wie ein Schauspieler. Er ist was er zeigt.» 

Aus dem Stück «Hallo».

Skurril und abgründig, bizarr und humorvoll sind seine Inszenierungen, die man so schnell nicht vergisst. Er lasse sich stets vom Humor leiten, dem er nachspüre im «Alltäglichen, Hässlichen, Unerkannten, kurz, in allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des menschlichen Daseins.» Und am Ende lachen wir mit Zimmermann über seine Ängste und Fantasien, die ja auch die unseren sind.

Tickets gibts hier für «Eins Zwei Drei» (8. bis 11. November) und «Hallo» (14. bis 16. November), beide Inszenierungen sind in der Maag Halle in Zürich zu sehen.