05. May 2016

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Bolero

Schrittzähler im Test

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Mit einer Smartwatch machen Sie den ersten Schritt in Richtung Traumbody. Bolero hat drei Neuheiten unter die Lupe genommen:

Samsung: «Gear S2», Fr. 369.–.
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Ganz nach dem Motto «Lass dich nicht gehen, geh selbst», hab ich mir vorgenommen, mehr zu laufen. Mehr Bewegung klingt logisch. Ist im Redaktionsalltag aber gar nicht so einfach umzusetzen. Das soll sich nun endlich ändern! Dabei hilft mir der Schrittzähler, der mir auf dem knackig scharfen Display die genaue Schrittzahlen anzeigt. Brav erinnert mich die Smartwatch «Samsung Gear S2» daran, dass ich von meinem Stuhl aufstehen sollte. «Zeit sich zu bewegen» lautet der Befehl, klar zu lesen auf dem Display. Sobald man aktiv wird, lobt es mit schmeichelnden Worten, die motivieren.

Durch Drehen der Lünette und per Touchscreen navigiere ich mich sehr zügig und leicht zum Fitnessprogramm «S Health», in welchem sich unter anderem der Zähler befindet. Das Schrittziel kann man individuell einstellen. Mein ambitioniertes Schrittziel von 10 000 am Tag habe ich mir selber gesetzt. Am Sonntag bei Regenwetter faul zu Hause, nur 3592 Schritte, ohje! Schlechtes Gewissen macht sich breit. Am Montag bin ich – hochmotiviert zum Sport – dem Ziel mit 9778 Schritten nahe gekommen. Die Smartwatch protokolliert täglich die Anzahl der Schritte und zurückgelegten Kilometer. Nur beim Schrittezählen hinkt sie manchmal ein bisschen hinterher.

Fazit: Die Uhr ist nicht nur optisch sehr schön im Design und trägt sich angenehm am Arm, sondern ist auch einfach in ihrer Bedienung. Die Smartwatch ist wie ein kleiner Personal Trainer, der mich auf jeden Fall zum Laufen animiert. Die kurze Akkulaufzeit zwingt mich jedoch, die Uhr alle zwei bis drei Tage wieder aufzuladen. Momentan grundsätzlich mit allen Android Smartphones kompatibel, jedoch noch nicht für iOS, aber das soll sich bald ändern!

Duong Nguyen, Bildredaktorin

 

Runtastic: «Moment Fun», ca. Fr. 140.–.
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Als ich die Verpackung öffne, trifft mich fast der Schlag: Diese knallpinke Smartwatch wird mich also die nächsten Wochen auf Schritt und Tritt begleiten. Ich muss lachen und an alte Zeiten denken, in denen ich noch Flik-Flak-Armbanduhren trug. Nun gut, ich will von der Farbe absehen. Ich lade die Runtastic-App herunter und verbinde die Smartwatch via Bluetooth mit meinem Handy. Nur noch kurz ein Profil anlegen und es geht los. Am ersten Tag lasse ich es darauf ankommen: Ich bewege mich kaum, wie es an einem stressigen Tag im Büro häufig vorkommt. Die Ernüchterung folgt am Abend: 3500 Schritte! Viel zu wenig, denn 10 000 Schritte täglich sollen ideal sein. Hochmotiviert spaziere ich am nächsten Morgen vom Zürcher Hauptbahnhof in die Redaktion und am Abend wieder zurück. In der Mittagspause drehe ich eine Extrarunde. Ich werde mit 12 000 Schritten belohnt. Unglaublich, wie sehr mich dieses Gerät anspornt. Eines Abends ertappe ich mich sogar dabei, wie ich noch einige Schritte um den Block gehe, damit ich mein Tagesziel doch noch erreiche. Was leider nicht ganz so gut klappt: Um in den Schlafmodus zu gelangen, der den individuellen Schlafrhythmus und –zyklus misst, muss man rund drei Sekunden lang auf einen Knopf an der Uhr drücken. An manchen Abenden drücke ich mir fast den Finger wund, ohne das etwas geschieht. Zum Glück benötige ich diese Funktion aber nicht…

Fazit: Abgesehen von der Optik, kann ich diese Smartwatch nur empfehlen. Sie ist leicht in der Handhabung und für meine Bedürfnisse genau das Richtige. Um die  Anzahl Schritte in Erfahrung zu bringen, muss man den Schrittzähler aber jedes Mal via Bluetooth mit dem Handy verbinden. Dafür ist die Anzeige, auf der man die Anzahl Schritte, die aktiven Minuten, die verbrannten Kalorien und die zurückgelegte Distanz ablesen kann, sehr übersichtlich. Die Uhr sorgt dafür, dass ich mich mehr bewege.

Vanessa Fink, Beauty-Redaktorin

 

Garmin: «Vivosmart HR», ca Fr. 165.-
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So schlank wie mein neues Gadget am Handgelenk wäre ich auch gern. Mit seinem rasanten, rechteckigen Design kann es zwar nicht ganz mit den ultra-schicken Smartwatches mithalten, aber es ist zumindest so diskret, dass man es schon mal 24 Stunden trägt. Und überhaupt, das Ziel ist ja nicht, einen Modewettbewerb zu gewinnen, sondern meine Fitness zu steigern. Mit der «Vivosmart HR» alles kein Problem, meint der Hersteller. Immerhin misst das Gerät rund um die Uhr meine Herzfrequenz und ich erhalte so ein direktes Feedback zu meinem aktuellen Fitness-Level.

Bereits am ersten Tag erlebe ich ein Feuerwerk. Das Armband fängt wie wild an zu vibrieren nachdem ich das erste Etappenziel, nämlich 8655 Schritte, erreicht habe. Auf dem Display sprühen Funken. Motiviert lasse ich den Aufzug links liegen und steige die drei Stockwerke in die Redaktion zu Fuss nach oben. Der Etagenzähler gibt sich wie der Personaltrainer unbarmherzig. Als ich mir das nächste Mal Kaffee in der Kantine hole, mache ich das zu Fuss. Der Vibrationsalarm legt los. Feuerwerk. Ich wische ein-, zwei-, dreimal über das Display. Da ist sie, die Zahl, die meinen Kalorienverbrauch angibt. Schwarz auf Weiss. Mogeln ausgeschlossen. Die Schokolade zum Kaffee lasse ich dieses Mal verschämt zurück. Stattdessen steige ich wieder Stufe für Stufe nach oben.

Das Fiese ist, dass die «Vivosmart HR» lernfähig ist. Je besser ich die Ziele erreiche, desto höher steckt die Uhr sie. Nach ein paar Tagen sind 8 655 Schritte nicht mehr genug. Mich starren 10 000 an, als ich mich morgens schlaftrunken auf den Weg mache. Eine Woche später sind es schon 16 000. Langsam entwickeln die «Vivosmart HR» und ich eine Beziehung. Oder sollte ich sagen eine Hass-Liebe. Es könnte durchaus etwas werden aus uns. Ich muss nur noch die App «Garmin Connect Mobile» herunterladen und meine Smartwatch, mein Smartphone und ich sind unzertrennlich – für den Rest unserer Tage.

Fazit: Die ultraleichte Handhabung und das diskrete Design machen die «Vivosmart HR» von Garmin zum sympathischen Fitnesstrainer, den ich gerne um mich habe. Gekoppelt mit meinem Smartphone macht er mich via Vibrationsalarm auf eingehende Anrufe und Kalendererinnerungen aufmerksam. Ich kann Textnachrichten ablesen und meine Lieblingssongs über das Armband steuern. Die überraschend lange Akkulaufzeit von fünf Tagen hält mich bei der Stange.

Sara Allerstorfer, Fashion Features Director