13. Jul 2016

TEXT VON

Leoni Hof

Sehenswert

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Am Filmfestival in Cannes wurde «​Toni Erdmann» frenetisch gefeiert und mit dem Internationalen Kritikerpreis ausgezeichnet. Zu Recht, Regisseurin Maren Ade ist ein wunderbarer Film über eine ganz besondere Vater-Tochter-Beziehung gelungen: Winfried (Peter Simonischek) ist ein 65-jähriger, gemütlicher Musiklehrer mit Hang zu Scherzen. Seine Tochter Ines (Sandra Hüller) ist als ehrgeizige Karrierefrau das pure Gegenteil. Als ihr Vater unangekündigt in der Lobby ihrer Firma in Bukarest auftaucht, lässt sich Ines ihren Ärger darüber nicht anmerken. Sie schleppt ihn mit zu Empfängen und lässt ihn bei sich wohnen. Wegen seiner Witze und der unterschwelligen Kritik an ihrem Lebensstil, kracht es aber schon bald zwischen den beiden. Statt abzureisen, verwandelt sich Winfried in Toni​ ​Erdmann, sein mutiges Alter Ego mit Scherzgebiss und Perücke. Und je mehr sich Vater und Tochter streiten, umso näher kommen sie sich… «Toni Erdmann» ist brandaktuell, ein so lustiger wie melancholischer Film. Er fächert neben dem Familienkonflikt auch Fragen zur Globalisierung, zur Beziehung von Mann und Frau auf. Er fragt, wie wir eigentlich leben wollen und ob es nicht längst an der Zeit ist, auch mal die Hosen runterzulassen, sich was zu trauen.

Kinostart ​ist ​am 21. Juli 2016