04. Nov 2016

TEXT VON

Bolero

Winterblues ade! Spa-Massnahme

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Die Qual der Wahl? Bolero stellt vier neue Wellnesshotels vor, welche aus der Fülle der Eröffnungen herausstechen. Und die auch noch so schön liegen, dass Hochgefühle vorprogrammiert sind. 

CANYON RANCH KAPLANKAYA

Canyon Ranch Wellness Resort at Kaplankaya hotel room
ARCHITEKTUR Für das puristische Design zeichnet der Spanier Carlos Ferrater verantwortlich.

 

ANKOMMEN
Die Entschleunigung beginnt beim Gasgeben. Bereits bei der Fahrt von Bodrum auf die türkische Halbinsel Kaplankaya setzt der Slow-Motion-Modus ein. Weit und breit nichts als Olivenbäume, Ziegen und kleine Bauernhäuser. Der laute Alltag? Nur noch eine vage Erinnerung.

RUNTERKOMMEN
Mit vierzig wurde Mel Zuckerman mitgeteilt, dass er den Körper eines Siebzigjährigen habe. Der Amerikaner beschloss, seinen Lebensstil komplett umzukrempeln und gründete 1979 in Arizona die erste Canyon Ranch. Mittlerweile ist ein kleines Gesundheits-Imperium daraus geworden, mit Spa Clubs auf den besten Kreuzfahrtschiffen, welche die Philosophie in die Welt tragen. Und nun also das erste Resort in Europa. Auch hier steht der ganzheitliche Ansatz im Fokus. Chefkoch Muhammed Hancabay verarbeitet ausschliesslich lokale Lebensmittel, deren Fett- und Kaloriengehalt genau bemessen ist. Zudem helfen Ernährungswissenschaftler, Schlafexperten, Mediziner und Fitnesstrainer dabei, Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen. Nach einem Check-up wird in einem Beratungsgespräch ein personalisiertes Programm zusammengestellt. Wer einfach nur entspannen möchte, ist hier auch richtig: Das wunderschöne Spa wartet mit einem Hamam, Pool, Dampfbädern und Saunen auf. Ein Highlight ist die original Hamam-Behandlung. Oder die vierhändige Massage, oder die Turkish Mud Experience, oder … Zudem gibt es kostenlose Yoga-, Pilates- und Fitnesskurse sowie Lesungen zu Gesundheitsthemen. Zu viel Input? Dann einfach den Kopf bei einem Spaziergang am Meer wieder freipusten lassen.

WIEDERKOMMEN?
Die derzeit schwierige politische Situation des Landes wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Umso bemerkenswerter, mit wie viel Herzblut die Mitarbeiter den Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt bereiten.

Doppelzimmer ab Fr. 335.–, canyonranchdestinations.com/kaplankaya

bol_20161101_053TINA BREMER, Textchefin und Reiseredaktorin, flog mit Vorbehalten in die Türkei – und kehrte mit einem differenzierteren Blick heim.

 

 

 

 

 

HOTEL DE ROUGEMEONT
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ALPENCHIC In den Zimmern dominiert Tannenholz

 

ANKOMMEN
Bereits bei unserer Ankunft im Bezirk Pays-d’Enhaut geniessen wir die Stille, die klare Luft und die Architektur der alten Chalets in der Region. Jedes Zimmer bietet einen grandiosen Blick auf die Wälder und Wiesen des Dorfes Rougemont. Die Drahtseilbahn La Videmanette bringt einen in zehn Minuten auf den Berggipfel. Die Waghalsigen versuchen sich beim Gleitschirmfliegen. Schnallen Sie im Winter Ihre Ski an und ziehen Sie Ihre Slalomkurven bis zum berühmten Skiort Gstaad.

RUNTERKOMMEN
Zwischen anthrazitfarbenem Stein und Tannenholz bietet das Spa eine moderne Infrastruktur, um den Körper in Form zu bringen und zu verwöhnen: State-of-the-art-Fitnessgeräte, ein Pool, ein Hamam sowie eine Sauna. Yoga-, Pilates- und Reikikurse werden auf Anfrage angeboten. Das Spa arbeitet exklusiv mit den Edelweiss-Produkten der Marke Pure Altitude. Unbedingt probieren: die «Candle Massage», bei der die Haut intensiv mit dem Öl einer Kerze genährt und gewärmt wird. Der Duft «Fleur de Neige» macht süchtig.

WIEDERKOMMEN?
Im Gegensatz zu den Bling-Bling-Palästen von Gstaad setzt diese alpine Residenz auf einen diskreten Luxus und eine gemütliche Atmosphäre. Man fühlt sich sofort wie zu Hause. Christine und Alexander Perper, die Direktoren, sind stets anwesend. Als strahlende Persönlichkeiten empfangen sie jeden Gast wie einen Freund.

Doppelzimmer ab Fr. 275.–, hotelderougemont.com

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SÉVERINE SAAS, Fashion Features Editor, würde ab sofort am liebsten jedes Wochenende im Hotel de Rougemont verbringen.

 

 

 

 

 

SIX SENSES DUORO VALLEY
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LUFTIG Beinahe wünscht man sich schlechtes Wetter, um stundenlang den Indoorpool zu geniessen – ideal in den Herbst- und Wintermonaten.

 

ANKOMMEN
Auf dem letzten Drittel der neunzigminütigen Fahrt von Porto wird klar, warum die Gegend Douro nach dem Edelmetall Gold benannt ist: Die gesamte Landschaft ist dicht mit Weinstöcken bewachsen, die in warmes Herbstlicht getaucht sind. Durch dieses Naturidyll schlängelt sich kurz vor der Ankunft das silberne Band des Flusses Douro, bevor man das rostfarbene Gutshaus erblickt, das inmitten der Rebberge liegt. Schon bevor der Aufenthalt beginnt, bin ich ob so viel Schönheit tiefenentspannt.

RUNTERKOMMEN
Die Six-Senses-Gruppe hat sich gross Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Das bedeutet: Entspannung auf allerhöchstem Niveau ohne schlechtes Gewissen. Es tut gut zu wissen, dass alles auf dem Teller (und im Weinglas!) aus der Region stammt, vieles direkt aus dem Biogarten des beinahe acht Hektaren grossen Anwesens. Die holistische Philosophie des Unternehmens merkt man jedem Aspekt an: Beim Umbau wurden überwiegend regionale Materialien verarbeitet, die Historie des einstigen Weinbaubetriebes spiegelt sich in der Innenarchitektur wider. Die Spa-Anwendungen werden nach einem Gesundheits-Check individuell zusammengestellt, basieren auf fernöstlichen Techniken und werden laufend, auch während der Behandlungen, den Bedürfnissen des Gastes angepasst.

WIEDERKOMMEN?
Unbedingt, so bald und lange wie möglich! Das Gesamtpaket aus Spa, Gourmet, Natur und klugem Engagement überzeugt restlos: Ich will erneut mit Sicht auf die Weinberge Yoga machen. Meiner Masseurin vertrauen, die meinen Körper liest wie ein offenes Buch. Die Weingüter des Douro besuchen, in die Geschichte dieser Region eintauchen. Unter der Pergola oder in der Wine Library die hervorragenden portugiesischen Gerichte und Tropfen kosten. Und die Qualität meines Schlafes bejubeln.

Doppelzimmer ab Fr. 275.–, sixsenses.com/resorts/douro-valley

bol_20161101_057PRISKA HOFMANN AMSTUTZ Managing Editor, hat für einmal elf Stunden am Stück geschlafen und sagt dafür «obrigada».

 

 

 

 

 

PARK HYATT MALLORCA
Park Hyatt Mallorca_Zimmer_Park Twin View

Das Schlafzimmer der hundert Quadratmeter grossen PARK VIEW SUITE mit privater Terrasse.

 

ANKOMMEN
Als ich die Taxitür öffne, schlägt mir die Hitze entgegen – bei 33 Grad im Schatten ist das auch kein Wunder. Ich stehe mitten auf dem «Dorfplatz» des Park Hyatt Mallorca. Der Hotelkomplex ist wie ein mallorquinisches Bergdorf angelegt, das auf einem Hügel über dem Tal von Canyamel thront, einem Ferienort an der noch kaum erschlossenen Ostküste. Remmidemmi sucht man hier vergebens, dafür findet man Ruhe und viel Natur: Bewaldete Hügel treffen auf eine Bucht mit einem 300 Meter langen Sandstrand.

RUNTERKOMMEN
Der Schein trügt: Von aussen sieht das Serenitas Spa ziemlich klein aus. Hinter den hellen Gemäuern befindet sich aber ein wahrer Wellnesstempel. Neben Behandlungsräumen stehen den Hotelgästen eine Entspannungs-Lounge, eine Sauna und ein Aussenpool zur Verfügung. Mein Highlight: das «Serenity on the Sand»-Treatment auf einem höhenverstellbaren Alpha-Quarzsandbett. Wie der Name bereits verrät, ist die Liege unter den Laken mit 43 Grad warmem Quarzsand gefüllt. Dieser sorgt dafür, dass sich verkrampfte Muskeln wieder lockern. Nach einem Ganzkörperpeeling folgt eine individuelle Massage. Die letzten paar Minuten liege ich kopfvoran in Schräglage. Das soll die Durchblutung fördern und Stress abbauen. Völlig entspannt schwebe ich aus dem Spa.

WIEDERKOMMEN?
Obwohl ich dem Meer immer den Vorzug gebe, vermisse ich es während meines Aufenthaltes kein bisschen. Die Poolanlagen sind so schön gestaltet, dass ich es mir dort gleich mit einem Buch gemütlich mache. Wer dennoch nicht darauf verzichten kann, steigt in einen der Shuttle-Vans, die zum nahe gelegenen Strand fahren.

Doppelzimmer ab Fr. 545.–, mallorca.park.hyatt.com

bol_20161101_058VANESSA FINK, Beauty-Redaktorin, lernte in Canyamel eine neue, viel ruhigere Seite der Baleareninsel kennen.