Das Geheimnis ewiger Jugend?

Facial Gym: Eine natürliche Anti-Aging-Methode

Auf der Suche nach einer natürlichen Anti-Aging-Methode hat Nora Tomac das erste Facial Gym der Schweiz gegründet. Mit Haute Contour bietet sie Workouts für die Gesichtsmuskulatur an.

Haute Contour, Facial Gym

«Achte darauf, dass deine Hände genug ölig sind», erklärt mir Nora Tomac (25), als ich via Zoom eines ihrer Face-Workouts absolviere. Irgendwie sind die Übungen lustig, auf jeden Fall machen sie Spass. Sonst achte ich immer darauf, mein Gesicht so wenig wie möglich zu berühren – Bakterien sind ja nicht gut für die Haut! –, aber für einmal darf ich so richtig zugreifen. Das Öl soll helfen, dass die Bewegungen reibungslos und einfach von der Hand gehen. Vorab werden Gesicht und Hände gut gereinigt und die Haare zusammengebunden.

Erst im Dezember 2021 gründete Tomac Haute Contour. Das Konzept dahinter: «Es ist dasselbe Prinzip wie beim Workout für den Körper: Wir haben eine Warm-up-Phase, dann zwei verschiedene Übungssets, die unterschiedliche Bereiche und Muskeln trainieren sollen, darauf folgt ein Sculpting- und Massageteil, und am Ende führen wir ein Cool-down durch.» Eben ein volles Workout, einfach fürs Gesicht. Darin enthalten sind auch Elemente des Gesichtsyogas, aber auch Griffe fürs Entwässern oder Massageeinheiten.

Aktuell findet das Angebot nur online in Form von Workout-Sessions, sowie Bootcamps statt. Am 13. Februar soll es erneut ein Haute-Contour-Pop-up geben. Weitere Informationen folgen noch.

Tomac glaubt fest an ihr Konzept, denn aktuell nimmt sie in der Gesellschaft einen starken Wunsch nach natürlichen Schönheitsritualen wahr. «Und das ist das Facial Gym: eine natürliche Anti-Aging-Methode», so die Lausannerin, die zurzeit in Zürich lebt.

Doch am Ende spielen auch immer individuelle Faktoren mit, wie die Haut altert. «Man kann nicht eine allgemeine Methode erfinden, die bei allen einen gleich starken verjüngenden Effekt hat», stellt Tomac klar. Generell spielen die genetischen Bedingungen, aber auch der Lifestyle eine grosse Rolle, wie die Haute-Contour-Gründerin sagt: «Wir alle altern unterschiedlich und das zeigt sich in verschiedenen Teilen des Körpers. Aber mit unserem Lifestyle können wir schon einiges anrichten, denn die Haut ist im Grunde ein Spiegel, der zeigt, wie es innen ausschaut. Ob man Alkohol trinkt, raucht, was man isst und wie viel man schläft – das hat alles einen Einfluss.» Natürlich würden auch die Umweltbedingungen wie Luftverschmutzung oder UV-Strahlung eine Rolle spielen, aber dort könne man nicht ganz so viel kontrollieren.

Neben dem Verjüngungseffekt für die Haut haben die Haute-Contour-Workouts noch weitere Vorteile: «Die Übungen helfen dabei, das Gesicht zu formen, und definieren die Wangenknochen oder den Kiefer deutlich.» Ausserdem würden sie die Augenbrauen liften, Schwellungen beseitigen, Augenringe mindern und dem Gesicht allgemein einen gesunden und natürlichen Glow verleihen.

Machen kann jede und jeder die Übungen, die sich einfach in den Alltag einbauen lassen, so etwa in die Beautyroutine morgens oder abends. Schon kleinste Einbindungen können Vorteile bringen. Eine einfache Bewegung, die Tomac fürs Waschen des Gesichts empfiehlt, teilt die Haute-Contour-Gründerin auch auf dem Instagram-Kanal:

Wie oft man die Übungen schliesslich durchführt, hängt auch immer mit der verfügbaren Zeit zusammen. Für die bestmöglichen Resultate empfiehlt die Expertin aber eine Umsetzung von drei- oder viermal in der Woche. «Für einen gelungenen Einstieg wäre es jedoch gut, die ersten drei Wochen intensiv jeden Tag Übungen auszuführen», ist sich Tomac sicher.

Falsch machen kann man nicht viel, ausser dass man zu wenig Öl benutzen könnte. «Und für gewöhnlich frage ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Zustand ihrer Haut. Wenn man beispielsweise schlimme Akne oder Ekzeme hat, empfehle ich das Facial Gym nicht, da es die Haut irritieren könnte.» Bei der Durchführung sollte man zudem darauf achten, dass man keinen zu starken Druck ausübt, besonders bei sensiblen Stellen wie die Augenpartie.

Neben den «Sweeps», die sich einfach in die tägliche Routine einbauen lassen, nennt Tomac weitere Übungen, die sie für den Alltag empfiehlt:

Angefangen hat alles, als sich Tomac ein Facial für ihren 25. Geburtstag gönnte. «Ich erzählte der Dame, die die Behandlung durchführte, dass ich am nächsten Tag 25 werde und sie entgegnete: ‹Gut, dann wird es langsam Zeit für Botox!›» In der darauf folgenden Zeit machte sich Tomac ständig Gedanken über diese Worte, die sie zuerst als absurd abtat. Sie fragte sich immer wieder: «Braucht man mit 25 wirklich schon Botox? Nicht einmal meine Mutter, die doppelt so alt ist wie ich, lässt sich Botox spritzen.»

Diese Situation habe den Ausschlag gegeben, um sich über natürliche Anti-Aging-Anwendungen zu informieren. Nach langer Recherche und Zusammenkünften mit ihren ehemaligen Arbeitskollegen eines Hotel-Spas, die sich auch wirklich in der Praxis mit solchen Dingen auskannten, formte Tomac ihr jetziges Facial-Gym-Angebot. «Ich informierte mich über Gesichtsübungen und fand eine Studie, die Frauen 20 Woche lang begleitet, während sie solche Übungen durchführten. Das Ergebnis zeigte, dass sie nach dieser Zeit etwa drei Jahre jünger aussahen.»

Ihre Liebe zu Wellness und Beauty entdeckte Tomac aber schon früher: Im Rahmen ihrer Ausbildung – sie studierte an der EHL Hospitality Business School in Lausanne – musste sie zwei Praktika absolvieren. «Eines davon war in einem Hotel-Spa in Barcelona, wo ich meine Passion für Skincare entwickelte», erinnert sich die Geschäftsfrau. Damals musste sie noch vieles dazulernen, heute hat sie ihre eigene Methode entwickelt, die in ihren Augen auf natürliche Weise jung hält.

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