Fast wie neu

Die besten Tipps, um Kleidung zu reparieren

Es lohnt sich, bei kaputten Kleidungsstücken selbst zu Nadel und Faden zu greifen. So hat man länger etwas von Lieblingskleidungsstücken, während man seinen Geldbeutel und Ressourcen schont. Mit diesen Tipps lassen sich ausgefranste Stellen, Löcher und Risse in Stoffen ausbessern.

Bild: Getty Images

Schnell ist es passiert, dass man im Alltag in der Hektik irgendwo hängen bleibt und sich im Vorbeigehen ein Loch in die Kleidung reisst – immer wieder ärgerlich, aber Missgeschicke können nun einmal passieren. Und manche Lieblingsteile trägt man so oft, dass sie mit der Zeit am Saum ausfransen. Egal ob verlorener Knopf, gerissene Naht oder abgenutzter, dünner werdender Stoff – in vielen Fällen kann man das Kleidungsstück aber noch reparieren.

Der Gang zu einer Schneiderei ist dafür nicht immer nötig. Wer ein wenig handwerkliches Geschick besitzt, kann sich auch selbst darin probieren, Löcher und Co. zu flicken. Meist genügt dafür ein Faden in der passenden Farbe, eine Nadel und eine Schere. Manchmal ist ausserdem ein Patch nötig. Wer kreativ ist, kann kaputte Stellen im Stoff sogar mit buntem Garn ausbessern und verzieren, wodurch ihnen ein neuer Look verpasst wird. Investiert man die Zeit in die Reparatur, schenkt man einem Kleidungsstück dadurch ein zweites Leben. Das ist gut für die Umwelt und günstiger, als etwas Neues zu kaufen. Mit etwas Übung werden die Reparaturen zum Kinderspiel. Probier es aus!

Zuerst schneidet man den Faden zu. Meist genügen für kleine Löcher etwa 30 bis 40 Zentimeter Garn. Je dicker der Stoff und je grösser das Loch darin, desto mehr Garn sollte man berechnen. Danach fädelt man den Faden ins Nadelöhr ein und macht an einem Ende einen Knoten. Nun beginnt das eigentliche Nähen.

Man startet auf einer Seite der beschädigten Stoffstelle – kurz vor dem eigentlichen Loch – von innen mit dem ersten Stich, so dass der Knoten nachher von aussen nicht sichtbar ist. Danach geht man möglichst dicht neben dem ersten Stich mit der Nadel so durch die Oberfläche des Stoffes, dass das Garn etwa einen Millimeter daneben wieder auftaucht. Den darauf folgenden Stich setzt man parallel gegenüber des letzten Stichs, wodurch sich gerade Nähte bilden. So fährt man fort und näht immer von einer zur anderen Seite, bis das Loch komplett genäht ist und man den Faden innen auf der linken Seite des Kleidungsstücks verknoten und abschneiden kann. Diese Technik nennt sich Leiternaht oder Matratzenstich und ist am Ende fast unsichtbar.

Im folgenden Video siehst du, wie es funktioniert und aussehen sollte:

Wer möchte, kann bei Baumwoll- oder Polyesterstoffen unter dem reparierten Loch zur Verstärkung noch ein Stück Bügelflies unterbügeln. Das verstärkt und sorgt je nach Stelle der Naht auch für ein angenehmeres Tragegefühl.

Vermutlich hat jeder schon einmal einen Knopf verloren – sei es an einer Jacke, Hose, einem Hemd- oder Blusenärmeln. Alle möglichen Kleidungsstücke haben Knöpfe, zum Teil auch nur zur Zierde, und diese können sich mit der Zeit lösen. Am besten lässt man es erst gar nicht so weit kommen, damit man nicht Gefahr läuft, einen Knopf zu verlieren: Sobald ein Knopf lose wird, der nicht durch eine Niete, sondern durch Garn befestigt ist, sollte man ihn festnähen. Meist genügen etwa vierzig Zentimeter Garn.

Je nach Knopfart unterscheidet sich die Art, wie man ihn richtig annäht. Ösenknöpfe, die an der Unterseite eine Öse besitzen, werden befestigt, indem der Faden mehrfach durch die Öffnung hindurch gezogen und am Stoff angenäht wird.

Bei Lochknöpfen, die zwei oder vier Löcher haben, wird der Faden mehrfach durch die Löcher gefädelt und man näht dabei den Knopf ans Kleidungsstück. Bei Lochknöpfen mit vier Löchern wird dabei oft ein Kreuzmuster erstellt, indem man nur die gegenüberliegenden Löcher mit Garn verbindet. Hat der Knopf eine Funktion, sollte man darauf achten, dass beim Annähen genügend Platz zwischen Knopf und Stoff bestehen bleibt, damit er sich zum Verschliessen eignet. Je dicker das Material, desto mehr Abstand ist dafür notwendig.

Folgend findest du eine einfache Anleitung zum Annähen eines Lochknopfes, bei der das Garn direkt als doppelter Faden verwendet wird:

Flicken sehen nicht nur stylisch aus und verstärken die Ärmel am Ellenbogen, sondern kaschieren auch Löcher oder dünn gewordene Stellen im Stoff. Sowohl Pullover als auch Blazer, Hemden oder Jacken kann man so reparieren und aufwerten. Entweder kauft man dafür vorgesehene Patches, oder man schneidet sie sich selber oval oder in der gewünschten Form zu. Dafür eignen sich feste Stoffe oder auch Leder.

Je dicker der Stoff und das Material der Flicken ist, desto dicker und robuster muss auch die Nadel sein, die man verwendet – ebenso das Garn. Die Menge an Faden, die man benötigt, hängt von der Grösse der Patches ab und davon, wie fein man diese annähen möchte. Im Zweifel sollte man lieber zu viel Garn abschneiden als zu wenig.

Zunächst steckt man die beiden Flicken auf Höhe der Ellenbogen fest. Man fädelt das Garn in das Nadelöhr ein, bindet an einem Ende des Fadens einen Knoten und startet auf der Innenseite mit der Reparatur. Nun kann man mit einem feinen oder groben Vorstich, der auch Heftstich genannt wird, am Rand des Patches entlang nähen, so dass die Naht wie eine gleichmässig gestrichelte Linie aussieht. Man beginnt innen und endet auch innen im Ärmel, so dass sich die Knoten beim Kleidungsstück auf der linken Seite befinden und nicht sichtbar sind.

So gelingt das Aufnähen von Ellenbogen-Patches:

Eine besonders kreative Art, seine Kleidung auszubessern, ist das sogenannte «Visible Mending», bei dem man die Handarbeit sehen soll – daher werden dafür auch gerne bunte Garne in Kontrastfarben zum eigentlichen Kleidungsstück gewählt. Man erzielt dadurch einen individuellen Look, der zeigt, wie viel Zeit und Arbeit beim Ausbessern in das Design geflossen ist. Auch ohne viel Erfahrung im Nähen zu haben, kann man auf diese Art ganz einfach einen ausgefransten Saum reparieren. Ob am Ärmel, Hosenbein oder Bund: Die auffällig ausgebesserten Partien sehen stylisch aus, vor allem, wenn sie an mehreren Stellen des jeweiligen Kleidungsstücks vorgenommen werden.

Man schneidet das gewünschte Garn in der benötigten Länge zu, was von den kaputten Stellen am Kleidungsstück und der eigenen Idee beim Ausbessern abhängt. Dann fädelt man das Garn ins Nadelöhr ein, macht einen Knoten in ein Ende und beginnt auf der Innenseite des Kleidungsstücks mit dem ersten Stich oberhalb der ausgefransten Stelle am Saum. Man führt die Nadel samt Garn um den Saum herum und setzt den nächsten Stich ebenfalls innen, dicht neben dem ersten Einstich, und führt Nadel und Faden erneut um den Saum herum. So fährt man fort, bis der kaputte Stoffrand nicht mehr sichtbar und von Garn umwickelt ist.

Wenn man möchte, kann man die Einstichhöhe jeweils etwas variieren, mehrere Fäden in verschiedenen Farben verwenden oder sogar um den gesamten Saum herum nähen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zuletzt macht man innen einen Knoten und schneidet den Faden ab.

Im folgenden Video siehst du, wie durch «Visible Mending» ein Saum verstärkt und verschönert wird:

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