Was hilft gegen trockene Haut im Winter?

Im Herbst und Winter leiden viele Menschen unter trockener Haut. Was man gegen betroffene Hautstellen unternehmen kann, verrät ein Hautarzt.

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Im Winter haben wir häufig mit trockener und rissiger Haut zu kämpfen. Spröde Haut kann oftmals genetisch bedingt sein, im Winter führen meistens aber äussere Einflüsse dazu. Denn die beissende Kälte draussen und die stickige Heizungsluft drinnen schaffen keine optimale Atmosphäre für unsere Haut. «Im Winter ist die Luft trockener – einerseits durch Heizungen in Innenräumen, aber auch im Freien herrscht eine tiefere Luftfeuchtigkeit», bestätigt Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz, Co-Inhaber und Medizinischer Leiter der Dermatologie Klinik in Zürich AG (DKZ).

Weiter sagt der Arzt: «Die tiefen Temperaturen entziehen unserer Haut zusätzlich Feuchtigkeit: In der kalten Luft ziehen sich die Blutgefässe unter der Haut zusammen, um die Körperwärme zu speichern. Die Durchblutung ist weniger stark, dadurch erhält die Haut weniger Sauerstoff und Nährstoffe.» Ausreichend Pflege mithilfe von entsprechenden Produkten ist während den kalten Monaten also von grosser Bedeutung.

Aber nicht nur mit den richtigen Pflegeprodukten kann man die Haut im Winter schützen. Michel-Dziunycz rät auch zu geeigneter Bekleidung, die sie vor der Kälte schützt, wie etwa Handschuhen für die Hände. «Wer ausserdem vor dem Aufenthalt im Freien eine Schutzcreme verwendet, schützt die Haut zusätzlich», so der Haut-Experte.

Ebenso kann man bei der täglichen Reinigung die Haut unterstützen. «Heisse Duschen und Vollbäder beginnen der Haut nach ungefähr zehn Minuten Feuchtigkeit zu entziehen und schwächen den hauteigenen Lipidfilm», warnt der DKZ-Co-Inhaber. Es sei also ratsam, eher kürzer und nicht zu heiss zu duschen, um der Haut etwas Gutes zu tun.

Um sämtliche Funktionen gut wahrnehmen zu können, benötigt unser Körper täglich mindestens zwei Liter Wasser oder Kräutertees. Auch die Haut profitiere davon, wie auch von einer ausgewogenen Ernährung, die einen positiven Effekt auf sie hat. «Neben Vollkornprodukten sollten Obst, Gemüse und mit Mass auch Fisch, Fleisch und Eier regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Denn auch Mineralstoffe und Vitamine, wie Vitamin A, C oder E, Zink oder Magnesium, sind wichtig für eine schöne und gesunde Haut.»

Die Haut sollte im Winter laut dem Arzt regelmässig mit Feuchtigkeit in Form von reichhaltigen Cremes versorgt werden. «Vor allem nach dem Baden oder Duschen sollte man der Haut ausreichend Feuchtigkeit geben.» Auf aggressive Reinigungsprodukte und Pflegeprodukte, die der Haut Feuchtigkeit entziehen, sollten Menschen, die von trockener Haut betroffen sind, besser verzichten.

Cremes mit hohem Fettanteil eignen sich, wie Michel-Dziunycz meint, im Winter besonders gut, da sie der Haut als eine Art Schutzfilm dienen, der die Kälte abhält und verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit entweicht. Für welchen Hauttypen sich welche Art von Produkt eignet, stellt der Arzt klar:

  • besonders trockene Haut: reichhaltige Wasser-in-Öl-Produkte
  • leicht trockene Haut: leichte Produkte mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion

Als Ergänzung könne man bei trockener Haut auch zu reinen Ölen greifen, etwa bei einem Vollbad, sofern diese natürlich und von hoher Qualität seien. «Fürs Gesicht sind allzu ölige oder fettige Produkte jedoch nicht empfehlenswert, sie können die Talgdrüsen verstopfen und so die Entstehung von Unreinheiten begünstigen», stellt Michel-Dziunycz klar.

Wer schon vor dem Wintereinbruch weiss, dass er unter trockener Haut leidet, kann bereits vorbeugend mit regelmässiger Pflege zum Aufbau der hauteigenen Schutzbarriere beitragen und die natürliche Widerstandskraft der Haut stärken. «So reagiert die Haut später weniger empfindlich auf äussere Einflüsse wie eben Kälte.» Am besten gelinge das durch regelmässige Pflege der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Produkten.

Dass es im Winter hin und wieder zu Rissen in der Haut kommt, ist kein Grund zur Sorge. Warum diese dann manchmal auch länger zum Heilen brauchen, erklärt Michel-Dziunycz: «Der Stoffwechsel läuft im Winter auf Sparflamme, und die Erneuerung der obersten Hautschicht wird dadurch verlangsamt.» Der Reparaturmechanismus sei eingeschränkt.

Wer jedoch von Natur aus zu trockener Haut neigt, dem empfiehlt der Arzt auf den Hauttyp abgestimmte Pflegeprodukte. «Manchmal reicht es, die Pflegeroutine zu ändern, andere Produkte zu wählen, mehr zu trinken und sich ausgewogener zu ernähren oder die Anschaffung eines Luftbefeuchters, um den Hautzustand zu verbessern.»

Zum Arzt solle man hingegen, wenn die Haut relativ plötzlich sehr trocken wird, oder sich mit der Trockenheit Symptome zeigen, wie starker Juckreiz, gerissene Hautstellen oder nässende Ekzeme. «Diese können Hinweis auf eine Haut-Erkrankung sein, die von einem Dermatologen abgeklärt und behandelt werden sollen», so Michel-Dziunycz.

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