«Auf keinen Fall ausdrücken!»

Was hilft bei Hitzepickeln?

Bibeli sind immer eine lästige Angelegenheit. Im Sommer treten sie vermehrt unter dem Namen Hitzepickel auf. Wir haben bei einer Ärztin für Dermatologie nachgefragt, was sich genau dahinter verbirgt.

Sonne, Frau, Sonnenbaden

Im Sommer halten wir uns in der Sonne auf, damit die Haut einen goldigen Ton annimmt. Dann ist es ärgerlich, wenn Hitzepickel auftreten und das Erscheinungsbild trüben. Dabei handelt es sich um rote Bibeli, die auftreten, «wenn die Schweissdrüsen verstopft sind und der Schweiss auf der Haut nicht verdunsten kann», wie Paula Bonavia (41), Ärztin für Dermatologie bei Beauty2Go, aufklärt.

An welchen Stellen Hitzepickel auftreten, hängt laut der Expertin auch mit dem Alter der Betroffenen zusammen. «Bei älteren Personen kommen sie häufiger in den Hautfalten wie Leiste, Achseln oder unter den Brüsten, aber auch am Dekolleté oder Rücken vor. Bei Babys und Kindern ist es meist im Windelbereich der Fall.»

Unterschieden wird laut der Expertin zwischen zwei Arten: «Es gibt die Miliaria cristallina und Miliaria profunda. Bei Ersteren handelt es sich um eine Verstopfung der Schweissdrüse an der Hautoberfläche. Wenn Zweitere auftreten, sind Schweissdrüsen in tieferliegenden Hautschichten verstopft», sagt Bonavia.

Ursachen für beide Arten können zu starkes Schwitzen oder zu warme Kleidung sein, wie die Expertin ausführt. «Bei Miliaria cristallina sind die Bläschen klein und mit klarer oder milchiger Flüssigkeit gefüllt. Ansonsten ist die Haut normal, und die Symptome bleiben eher mild.» Bei Miliaria profunda würden intensiv rote Bläschen auftreten. «Die Haut hat eine Rötung, und die Patientinnen und Patienten haben allgemein mehr Symptome wie Pruritus (Juckreiz) und/oder Verbrennung.»

Betroffene tun sich hin und wieder schwer damit, Hitzepickel von einer Sonnenallergie zu unterscheiden. Die Symptome sind laut der Ärztin zwar ähnlich, aber nicht gleich. Und: «Sonnenallergien treten in der Regel direkt nach der Sonneneinstrahlung auf und können sich als Rush sowie Papeln oder Pusteln äussern.» Ist man sich unsicher, sollte man am besten einen Dermatologen aufsuchen, um Gewissheit zu erhalten.

Ist man sich sicher, dass es Hitzepickel sind, sollte man diese keinesfalls ausdrücken, auch wenn man das gern tun würde. «Das Ausdrücken könnte zu eventuellen Infektionen führen, die später zusätzliche Behandlungen erfordern», meint Bonavia.

Helfen könne bei leichten Symptomen eine kurze Dusche mit lauwarmem oder kaltem Wasser. Die Haut sollte anschliessend gut trocken getupft werden, ohne zu reiben, und zusätzlich mit neutraler Feuchtigkeitscreme ohne Parfüm gepflegt werden.

Leidet man unter stärkeren Symptomen, können laut der Ärztin lindernde Cremes oder Kortisonsalbe helfen, Symptome wie Juckreiz und Rötung zu lindern. «Diese dürfen jedoch nur für einen kurzen Zeitraum – nicht länger als drei Tage – angewendet werden.» Wichtig sei vor allem, Kratzen auch bei starkem Juckreiz zu vermeiden. «Denn bei viel und heftigem Kratzen kann sich die Haut verletzen oder Eingangstüren für eine mögliche Infektionen, Bakterien oder Pilze bilden.»

Von Hausmitteln bei Hitzepickeln rät die Ärztin generell ab. Sie sagt: «Reichen die genannten Pflegerichtlinien nicht aus, sollte man einen Spezialisten aufsuchen, um die Symptome fachgerecht und medizinisch behandeln zu lassen.»

Da der Grund für Hitzepickel Schwitzen ist, kann man nicht massgebend viel unternehmen, um ihnen vorzubeugen. Denn Schwitzen gehört in den warmen Jahreszeiten einfach dazu.

Rund drei Prozent der Schweizer Bevölkerung leidet zudem unter Hyperhidrose, auch «übermässiges Schwitzen» genannt, wie Alexandra Lüönd (35), Gründerin und Geschäftsführerin von Beauty2Go, erklärt. Sie fügt hinzu: «Behandlungen mit Botulinumtoxin können Abhilfe schaffen. Das Mittel wird in die zu behandelnden Stellen injiziert und verhindert daraufhin die Reizübertragung an die Schweissdrüsen, was die Schweissproduktion hemmt.»

Obwohl es schwierig ist, Hitzepickel vorzubeugen, nennt Bonavia einige Tipps: «Man sollte versuchen, die Ursachen, die für diese Krankheit sorgen, zu vermeiden. Das heisst zum Beispiel kein zu langer Aufenthalt in sehr heissen Umgebungen sowie nicht zu viele Kleider oder sehr warme Kleidung tragen. Pass die Kleidung immer entsprechend deiner Umgebungstemperatur an!» Lockere und helle Kleidung, zum Beispiel aus Leinen oder Baumwolle, können kühlend wirken, wie die Expertin hinzufügt. Synthetische Stoffe werden dagegen besser vermieden.

Zudem sollte man lange Sonneneinstrahlung auf die Haut vermeiden. Bei Reisen in heisse und tropische Regionen vermeidet man laut der Expertin am besten, sich während der heissesten Stunden der Sonne auszusetzen und versucht, sich im Schatten aufzuhalten. Weiter warnt Bonavia: «Dies gilt übrigens auch in unseren Breitengraden! Also unbedingt auch hierzulande immer Sonnencreme – wenn möglich mit FPS+ 50 – vor der Sonneneinstrahlung verwenden und alle drei Stunden erneut auftragen.»

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