Ist rein pflanzlich gut für den Teint?

So wirkt sich vegane Ernährung auf die Haut aus

Sich rein pflanzlich zu ernähren, bietet viele Vorteile. Doch verbessert vegane Ernährung auch das Hautbild? Eine Dermatologin gibt Einsicht zum Thema.

Haut

Viele Veganer verzichten aus ethischen Gründen auf tierische Produkte. Doch nicht nur die Umwelt und Tiere profitieren davon, wenn du dich pflanzlich ernährst. Anscheinend soll sich dadurch auch deine Haut verbessern. Ein Mythos besagt nämlich, dass sich tierische Lebensmittel negativ auf unser Hautbild auswirken können, pflanzliche hingegen positiv. Laut Marianne Meli (39) kann das aber nicht so generalisiert werden. «Es gibt durchaus tierische Lebensmittel, welche sich negativ auf die Haut auswirken können. Dies kann aber auch bei pflanzlichen Produkten der Fall sein», erklärt die ärztliche Leiterin für Dermatologie und Venerologie der Dermanence Hautarztpraxis in Zürich.

Milch und Milchprodukte können Akne verschlimmern, da sie auf den Hormonhaushalt einwirken. Dies sei vor allem bei halbfetter Milch und Magermilch der Fall. «Den gleichen Effekt haben aber auch hyperglykämische Kohlenhydrate wie Zucker, Nudeln und Weissbrot, welche vegan sind oder vegan hergestellt werden können», erläutert Meli. Daneben gebe es tierische Nahrungsmittel, welche sich sehr positiv auf die Haut auswirken, wie zum Beispiel fetter Fisch oder Schalentiere. Diese Produkte enthalten unter anderem Omega-3-Fettsäuren, Eisen und Zink. «Quark und Joghurt können das Hautbild ebenso verbessern, da sie gute Quellen von Protein und B-Vitaminen sind», weiss Meli.

Für eine gesunde Haut ist laut der Expertin vor allem eine ausgewogene Ernährung mit der Zuführung von Vitaminen und Mineralien wichtig. Ob die Ernährung vegan ist oder nicht, spiele dabei keine Rolle. «Man kann aber sicher sagen, dass sich vegan ernährende Menschen häufiger auf eine ausgewogene Ernährung achten», so die Dermatologin.

Es gibt laut Meli viele vegane Nahrungsmittel, welche generell sehr gesund sind und sich auch positiv auf die Haut auswirken. «Vor allem Antioxidantien, welche die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen, sind von veganer Natur. Beispiele sind das Vitamin C in Zitrusfrüchten und Beeren, Vitamin E in Nüssen und Vollkornprodukten, sowie Beta-Carotin in verschiedenem Gemüse wie Karotten, Kürbis oder Spinat», erklärt die Dermatologin. Die vegane Ernährung bietet auch viele gesunde Fette mit essentiellen Fettsäuren, welche die Zellmembranen und den Zellstoffwechsel unterstützen und so zu einer Hautverbesserung führen. Dazu gehören Fette in Samen, Nüssen, Avocados und Olivenöl.

Der Nachteil der veganen Ernährung ist, dass sie kein Vitamin B12 enthält. Dabei handelt es sich um eines der wenigen Vitamine, die der Körper nicht selber bilden kann. «Es kommt in grösseren Mengen in Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Eier- und Milchprodukten vor. Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 ist somit zwingend», warnt Meli.

Wenn du dich vegan ernährst und dein Hautbild verbessern möchtest, solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten: je bunter, desto besser. «Vor allem auf eine genügende Protein-, Eisen-, Kalzium-, Zink- und Iod-Zufuhr ist Augenmerk zu legen, da diese schwieriger zu erreichen ist als bei einer tierischen Ernährung», rät Meli. Bei den Fetten sei ein hoher Anteil von Omega-3-Fettsäuren wichtig. Laut der Dermatologin sollte man zudem viele Nahrungsmittel essen, welche Antioxidantien enthalten und Vitamin B12 als Nahrungsergänzung einnehmen. «Es ist auch empfehlenswert, Zucker zu reduzieren und viel Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken.»

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