Mit diesen 3 Food-Boxen kann jeder kochen

Manchmal muss es schnell gehen: Wer keine Zeit und Lust auf grosses Food-Shopping und langes Kochen hat, der kann sich mit einer dieser Boxen frische Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Rezepte inklusive.

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Ich gehöre zu der Sorte Menschen, bei denen sich die Begeisterung in Grenzen hält, wenn es ums Kochen geht. Ehrlich gesagt, gibt es 1000 Dinge, die ich lieber tue, als mich an den Herd zu stellen. Ausser es geht auch mit meinem geliebten Thermomix – der ist mir heilig!

Herr und Frau Schweizer geht es ähnlich wie mir: Sie essen gerne auswärts, wie die Ernährungserhebung menuCH des Bundes zeigt. Rund ein Drittel der Befragten gab an, in einer üblichen Woche mittags nicht selbst warme Mahlzeiten zuzubereiten. Ausserdem investieren deutlich mehr Frauen (50 Prozent) viel Zeit ins Kochen – mindestens 40 Minuten –, als es Männer (31 Prozent) tun.

Food-Boxen wie die von Juts oder Hello Fresh wollen die Schweizer Bevölkerung wieder mehr zum Kochen animieren. Vor allem auch in der Corona-Zeit eine gute Idee, wie ich mir selbst denke: Man muss während der Pandemie nicht ins Gedränge von überlaufen Supermärkten eintauchen. Ausserdem spart man sich eine Menge Zeit, weil man nicht lange nach Rezepten suchen muss, die gut schmecken, aber auch nicht zu schwer umsetzbar sind. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Das Konzept scheint einfach: Man bestellt online eine Box, die einem dann frische Zutaten und die dazugehörigen Rezepte bequem nach Hause liefert. Nur den Kochlöffel muss man dann noch selber schwenken. Für eine Frau wie mich also die optimale Lösung, wie es scheint: Mit einfachen Anleitungen kann jeder kochen, und das Ergebnis schmeckt. Ob das wirklich so ist, zeigt sich im grossen Test.

Eckdaten:

  • zwischen Saisonal oder Vegi wählbar
  • für ein, zwei oder vier Personen
  • Lieferintervalle: wöchentlich, alle zwei, drei oder vier Wochen
  • enthält drei Gerichte
  • keine Mindestlaufzeiten, pausieren und kündigen ist jederzeit möglich

Getestete Box: Vegi-Variante für zwei Personen wöchentlich für 74 Franken; Preis pro Gericht beträgt 12.33 Franken.

«Juts ist darum bemüht, nur ausgelesene Schweizer Produkte zu verwenden», so heisst es auf der Website des Start-ups aus Frauenfeld, das 2016 erstmals Food-Boxen auslieferte. Zur Auswahl habe ich drei Gerichte, die mir alle beim ersten Betrachten der Anleitung einfach umzusetzen scheinen. Verpackt ist das Ganze in Papiertüten, schön aufgeteilt in die jeweiligen Rezepte, damit man auch nichts durcheinander bringen kann.

Bestellvorgang: Der Bestellvorgang ist simpel. Auf der Website sind die aktuellen Gerichte ersichtlich. Die Bilder der jeweiligen Mahlzeiten könnten etwas schöner dargestellt sein.

Lieferung: Der Liefertermin wird genau eingehalten und ich erhalte meine Food-Box wie geplant.

Boxinhalt: Beim Auspacken fällt mir sofort ein Dilemma auf: Verpackung, Verpackung und noch mehr Verpackung. Klar, für den Transport müssen die Dinge gut eingewickelt werden, doch was passiert mit dem ganzen Abfall nach dem Kochen? Laut Juts erhält man alle vier bis sechs Lieferungen ein bereits frankiertes Etikett, mit dem sich die Schafwolle und die Kühlelemente zurücksenden lassen. Das beruhigt mich etwas.

Zubereitung: Drei Rezepte und die dazugehörigen Zutaten liegen der Box bei. Die vegetarischen Gerichte sind alle nach meinem Geschmack und wie sich herausstellt, auch ganz einfach umzusetzen – wirklich! Was ich ganz super finde: Die Mengen sind genau der bestellten Personenanzahl angepasst, was Foodwaste verhindert. Bei uns geht alles auf.

Genuss: Die Arbeit hat sich gelohnt: Alle Rezepte schmecken gut! Nur Nachwürzen muss ich bei allen Rezepten, vor allem beim Kartoffelauflauf und auch bei der Linsenbowl fehlt eine intensive Würze.

Eckdaten:

  • zwischen Fleisch & Gemüse, Vegetarisch, Familienfreundlich oder Thermomix-geeignete Rezepte wählbar
  • für zwei oder vier Personen
  • Lieferintervall: wöchentlich
  • enthält drei, vier oder fünf Gerichte – inklusive Rezepte
  • pausieren und kündigen ist jederzeit möglich

Getestete Box: Vegi-Variante für zwei Personen mit vier Gerichten für 103.95 Franken plus 7 Franken Versand. Preis pro Portion beträgt 12.99 Franken.

Das Berliner Start-up wirbt damit, dass die abwechslungsreichen Rezepte von den eigenen Hello-Fresh-Köchen entwickelt werden. «100 Prozent Frische und Qualität – nur die besten Zutaten von ausgewählten Lieferanten und Schweizer Fleisch kommen in deine Kochbox», steht auf der Hello-Fresh-Website.

Bestellvorgang: Auf der Hello-Fresh-Website werden die aktuellen Rezepte mit ansprechenden Bildern dargestellt. Die Bestellung der Box erfolgt in einfachen und unkomplizierten Schritten.

Lieferung: Was mir sofort auffällt an der Box: Sie ist extrem schwer. Der arme Lieferant, wie ich mir denke. Er deponiert das Paket im Treppenhaus, wie ich es vorab erlaubt habe. Mit der Zustellung klappt alles einwandfrei.

Boxinhalt: Beim Aufmachen des Päckli sehe ich sofort ein grosser Schriftzug: «Ich bin cool & nachhaltig» Auch bei Hello Fresh wird also versucht, so gut es geht auf Nachhaltigkeit zu setzen. Die Verpackungen bestehen aus recycleten Materialien und mit jeder vierten Box können Kühlelemente, Schafswolle-Isolierungen und Kartonverpackungen mit einem beiliegenden Etikett zurückgeschickt werden. Was mir besonders gefällt: Die Papiertüten mit den Zutaten sind schön nummeriert und so den jeweiligen Rezepten zugeordnet. Ganz einfach!

Zubereitung: Die Rezepte sind allesamt nach meinem Geschmack, doch fällt mir gleich auf, dass die Zubereitungszeit recht lange ist. Für einen Mittag an einem Homeoffice-Arbeitstag etwas schwierig. Ausserdem entpuppt sich die Zubereitung bei manchen Rezepten als aufwändig. Sie sind ebenfalls einfach umzusetzen, aber brauchen Zeit und Geduld.

Genuss: Der Pfannkuchen-Auflauf ist überdurchschnittlich lecker (ich habe bereits Freunden und Familie vom Rezept vorgeschwärmt!), aber mit viel Arbeit verbunden. Auch alle anderen Gerichte sind sehr schmackhaft – die Mischung aus gebackenen Süsskartoffeln und Hirtenkäse in Tacos werde ich mit Sicherheit wieder einmal machen.

Eckdaten:

  • My Cake Box enthält Zutaten und Rezept für einen Kuchen
  • Laufzeit: flexibel, für drei Monate oder 12 Monate
  • Lieferintervall: monatlich
  • flexible Laufzeit ist monatlich kündbar; bei drei- oder 12-monatiger Laufzeit gilt eine automatische Verlängerung

Getestete Box: My Cake Box für 39.90 Franken bei flexibler Laufzeit.

Die My Cake Box von Foodist liefert zwar keine frischen Lebensmittel nach Hause, aber ebenfalls Zutaten für einen Genuss: Die Rezepte für leckere Kuchen oder anderes Gebäck sollen dank Step-by-Step-Anleitung einfach umsetzbar sein. Foodist verschickt seit 2012 Geniesser-Boxen, die den Geschmackshorizont erweitern sollen.

Bestellvorgang: Das Bestellen erfolgt einfach und in wenigen Schritten. Was verwirrend ist: Die Seite endet mit .ch und die Preise sind in Franken angegeben, doch geliefert wird aus Deutschland.

Lieferung: Weil die Box aus Deutschland geliefert wird, dauert die Ankunft etwas länger als gedacht. Da aber keine frischen Lebensmittel darin enthalten sind, spielt das keine Rolle.

Boxinhalt: Die Zutaten sind schön gepolstert und sorgfältig ausgewählt. Ich entdecke Produkte, die ich gar nicht kannte, wie die «freeze dried» Rüebli.

Zubereitung: Die Umsetzung des Rezepts ist einfach und erfordert keinen grossen Aufwand.

Genuss: Das Ergebnis lässt sich sehen und schmeckt auch gut, wenn man denn Rüeblikuchen mag (ich leider nicht, aber meine Mitbewohnerin freuts!).

Wer nicht gerne kocht und backt, der mag zwar seine Freude mit einer dieser Boxen haben, aber auf Dauer geht das Ganze auch ins Portemonnaie. Für die beispielsweise rund 26 Franken für zwei Portionen bei Hello Fresh kann ich fast auch schon auswärts essen – ohne viel Aufwand.

Am Ende entpuppen sich meine zwei Koch-Wochen gar als stressig. Die Zutaten sind da und müssen gekocht werden. Spontanes Auswärtsessen auf einer Restaurant-Terrasse mit Freunden liegt da nicht drin. Ausser ich stopfe mich mit zwei Mahlzeiten nacheinander voll. Zeitlich bleiben da nicht viele Freiheiten, obwohl ich auch dankbar bin für die gelieferte Abwechslung zu meinen gewöhnlichen Pesto-Nudeln oder Tomaten-Mozzarella-Salat.

Eines ist klar: Die Boxen eigenen sich sicherlich für Personen mit regelmässigem und geregeltem Tagesablauf, die sich Inspiration in der Küche wünschen. Ich persönlich lasse mir aber lieber die Freiheit offen, meine gekochten Mahlzeiten selbstständig zu planen und spontan auch einfach mal ausfallen zu lassen.

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