So funktioniert die Lichttherapie

Strahlende Haut dank LED-Masken

Dank Lichttherapie zu einem ebenmässigen Teint? LED-Masken sollen dabei helfen, das Hautbild zu verbessern. Wir haben bei zwei Expertinnen nachgefragt, was dahintersteckt.

LED-Maske, Beauty, Kosmetik

Waren Behandlungen mit LED-Licht lange Zeit nur in Kosmetikstudios oder beim Hautarzt verfügbar, gibt es heute eine grosse Auswahl an Gesichtsmasken für daheim. Trägt man eine solche LED-Maske, sieht das immer auch etwas witzig aus: Sie haben die Form eines Gesichts und bestehen meist aus Silikon oder Kunststoff. Die Lichttherapiegeräte haben es aber in sich, denn sie sind eine Wohltat für die Haut. Angeblich sollen sie einen Anti-Aging-Effekt haben, also Falten vorbeugen, aber auch Unreinheiten oder Akne reduzieren können, um nur ein paar Vorteile zu nennen.

«Das Licht wirkt auf die Haut wie die Sonne auf die Pflanzen», beschreibt die Beauty2Go-Gründerin Alexandra Lüönd. Die Unternehmerin betont, dass sich Lichttherapie grundsätzlich für bestimmte Hautprobleme oder zur Verbesserung der Hautqualität eigne.

«LED-Gesichtsmasken sind kein neues Produkt auf dem Markt und auch in Europa schon weit verbreitet. Die Masken sind mit vielen kleinen LED-Lämpchen bestückt, die verschiedenfarbig leuchten können», erklärt Lüönd. Am häufigsten kommen dabei die Farben Blau, Rot und Grün zum Einsatz. Jede Farbe habe eine andere Wirkung auf die Haut. Weiter sagt Lüönd: «Das Gute an den LED-Masken ist, dass sie keine UV-Strahlen enthalten und somit die Haut nicht schädigen.»

Dennoch rät Maria Gkaitatzi, Fachärztin für Dermatologie bei Beauty2Go, vor der Verwendung einen Sonnenschutz aufzutragen. «Auch wenn keine UV-Strahlen auf das Gesicht gelangen, wird die Haut so präventiv geschützt», ist Gkaitatzi überzeugt.

Bei der Lichttherapie dringen die LED-Lichter in die verschiedenen Hautschichten ein. Dort wirken sie bis zu zehn Millimeter tief. «Der Haut wird so Nahrung gegeben, welche die Zellen benötigen, um bestimmte Prozesse auszuführen», so Gkaitatzi.

Die Fachärztin für Dermatologie beschreibt die Wirkungen der unterschiedlichen Farben:

  • Rotes Licht (550 bis 660 Nanometer): «Es ist schon länger klinisch bewiesen, dass es bei der Kollagenproduktion hilft, was sich wiederum positiv auf die Hautalterung und Bildung von Falten auswirkt.» Ausserdem rege es die Durchblutung an, was für einen zusätzlichen Anti-Aging-Effekt sorge. Rotes Licht komme auch zum Einsatz, um die Muskelregeneration zu fördern, Gelenkschmerzen zu mildern und Entzündungen in Muskeln und Gelenken entgegenzuwirken.
  • Blaues Licht (400 bis 450 Nanometer): Diese Variante löse einen fotochemischen Prozess aus. Gkaitatzi erklärt: «Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend auf die Haut. Dies ist besonders bei öliger Haut oder Akneproblemen, aber auch bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte sehr gut geeignet.» Eine verbesserte Sauerstoffaufnahme sei die Folge, was für einen rosigen und frischen Teint sorge. Zudem könne sich der Hormonhaushalt verbessern und stabilisieren – das wirke beruhigend auf den Körper.
  • Grünes Licht (bis 525 Nanometer): Beruhigt laut Gkaitatzi die Haut und mildert Pigmentstörungen. «Durch das Licht können Pigmentflecken aufgebrochen werden, und bei längerer Anwendung kann sich so das Hautbild verbessern und ebenmässiger erscheinen.» Ebenfalls konnte laut der Dermatologin eine unterstützende Wirkung bei Migräne festgestellt werden.

Neben den typischen Farben gibt es mittlerweile auch LED-Gesichtsmasken mit einem noch grösseren Spektrum. Wie sinnvoll das wirklich ist, erklärt Gkaitatzi: «Für viele andere Farben gibt es noch keine klinischen Studien über ihre tatsächliche Wirkung.» Man könne die verschiedenen Lichtfarben auch mischen, dies sei jedoch abhängig von der gewünschten Wirkung und den Problematiken der eigenen Haut. «Eine wohlbekannte Kombination ist rotes und blaues Licht, wodurch Rötungen und Entzündungen gehemmt werden.»

Die Dermatologin empfiehlt, bei der Verwendung von LED-Masken unbedingt die Augen zu schützen. «Decken Sie die Augen ab, und denken Sie auch an einen Sonnenschutz.» Ansonsten solle man für eine korrekte Anwendung die Anweisungen des Produktherstellers beachten.

Die Expertinnen sind sich einig: «Während einer Schwangerschaft sollte man solche Masken nicht verwenden. Wir raten auch von einer Nutzung ab, wenn man Medikamente einnimmt, die die Haut lichtempfindlich machen.» Wer eine Sonnenallergie vorweise, solle ebenfalls die Finger von den Lichttherapiegeräten lassen. Auch Vitamin-A-Präparate werden besser nicht eingenommen.

«Man sollte darauf achten, dass man die passende Lichtfarbe für die gewünschte Wirkung einsetzt», führt Gkaitatzi aus. Bei Unklarheiten solle man seinen Hautarzt aufsuchen. «Vor allem aber auch eine gute Recherche ist unumgänglich, um ein Produkt von guter Qualität zu finden.»

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