So wachsen die Haare schneller

Eine lange und gesunde Mähne für den Sommer

Du wünschst dir schon eine ganze Weile längere Haare, aber sie wollen einfach nicht wachsen? Wir haben bei einem Profi nachgefragt, auf was zu achten ist, damit die Mähne schneller wächst.

Lange Haare

Lange Haare sind gerade voll im Trend. Vor allem auf den Sommer hin wünschen sich viele Frauen, dass der Schopf schneller wächst. Doch es folgt die Ernüchterung: Leider gibt es kein Allheilmittel, das die Mähne in sekundenschnelle spriessen lässt! Geduld und die richtige Pflege sind das A und O, damit die Haare die optimalen Bedingungen zum Wachsen haben.

Bei ersterem können wir euch leider nicht helfen, bei zweiterem schon. Wenn es nach Noogie Thai (43), Editorial Director und International Trainer bei John Paul Mitchell Systems, geht, dann sind es vor allem drei Dinge, die für eine lange Mähne grundlegend sind: «Eine gesunde Kopfhaut, gesundes Haar und regelmässiges Spitzenschneiden.» Beachtet ihr diese Punkte fleissig, dann ist es durchaus möglich, dass die Haare schneller gedeihen, ist der US-amerikanische Hairstylist überzeugt.

1. Profi-Tipp: Gesunde Kopfhaut

Eine ausgeglichene Kopfhaut ist Voraussetzung für schöne und gesunde Haare, wie Thai weiss: «Das Wichtigste von allem ist eine gesunde Kopfhaut!» Schöne Haare kommen von innen. Egal, wie sehr man sie von aussen pflegt, wenn sie zu Beginn keine optimalen Bedingungen haben, dann werden sie auch nicht lange wachsen.

Faktoren, welche die Kopfhaut negativ beeinflussen können, sind laut dem Hairstylisten eine ungesunde Ernährung, ein unausgeglichener Hormonhaushalt oder viel Stress. «Letzteres ist ein wichtiger Punkt. Die Pandemie hat beispielsweise viele Leute gestresst, weil sie Jobs verloren haben und es eine ungewisse Zeit war, was zu Haarausfall geführt hat», so Thai. Wer sich dann um die Kopfhaut kümmert, geht gegen den Haarausfall vor. Der Haar-Experte fügt an: «Ich kann es nur nochmals betonen: Eine gesunde Kopfhaut hilft, die Länge zu erhalten und die Haare weiter wachsen zu lassen.»

2. Profi-Tipp: Kopfmassagen

Auch eine regelmässige Massage der Kopfhaut kann helfen: «Das regt die Durchblutung an und unterstützt dabei, dass das Blut in diesen Teil des Körpers fliesst. Dadurch werden die Haarfollikel mit deutlich mehr Nährstoffen versorgt.» Schon eine fünf- bis zehnminütige Kopfmassage reicht aus, um die Durchblutung anzuregen und dem Schopf etwas Gutes zu tun.

3. Profi-Tipp: Auf natürlichen Materialien schlafen

Schöne Haare über Nacht? Klingt wie ein Märchen. Es ist aber durchaus wichtig, wie wir unsere Mähne im Schlaf betten – oder besser gesagt: auf was. «Dies betrifft eher Menschen mit krausen, lockigen oder beschädigten Haaren. Schläft man auf rauen Kissenbezügen, dann besteht das Risiko, dass unsere empfindlichen Haare zusätzlich strapaziert werden und somit Spliss begünstigt wird». Thai rät auf Seide oder Satin zu schlafen. Glatte Oberflächen verringern unnötige Reibung der Haare und sind somit eine bessere Wahl.

4. Profi-Tipp: Gesunde Haare

Wer sich lange Haare wünscht, der sollte sich intensiv um seinen Schopf kümmern. Unsere Mähne benötigt bis in die Spitzen Nährstoffe und Feuchtigkeit, um gedeihen zu können. «Du brauchst unbedingt ein gutes Shampoo und einen wirksamen Conditioner, die deine Haare mit der nötigen Pflege versorgt. Masken und Leave-in-Treatments helfen dabei, dass die Mähne schön gesund und lang bleibt», sagt der Hairstylist.

Auf dem Markt gibt es auch spezielle Shampoos, die meist mit Koffein angereichert sind und versprechen, die Haare schneller wachsen zu lassen. Das soll die Durchblutung anregen, was wiederum zu einem rascheren Wachstum verhelfen soll. Die regelmässige Anwendung von nährenden Masken lässt den Schopf zwar nicht schneller spriessen, aber ist essenziell für die Haare: Feuchtigkeitsspendende Formeln mit Inhaltsstoffen wie Aloe vera oder Arganöl pflegen die Haarstruktur und versprechen, Spliss entgegenzuwirken. Spezielle Haaröle sorgen für eine weitere Portion Pflege. Sie können als Intensivmasken oder in Verbindung mit einer Kopfmassage angewendet werden.

5. Profi-Tipp: Regelmässiges Spitzensschneiden

Spliss ist der langen Haare grösster Feind. Auch die gesündeste Mähne wird leider nicht davon verschont. Schuld sind Föhnen ohne Hitzeschutz, häufiges Färben oder zu seltenes Spitzenschneiden. Und genau das sollte man eben regelmässig tun, wie Thai betont: «Spitzenschneiden hilft, dass sich die Haare durch Spliss nicht selbst schneiden. Ich empfehle – je nach Person – alle zwei bis vier Monate einen Coiffeurbesuch.» Obwohl die meisten Angst vor dem neuen Schnitt haben – denn danach sind die Haare ja wieder kürzer und das ganze Prozedere beginnt von Neuem –, lohnt sich das regelmässige Schneiden, denn nur so kann eine gesunde und lange Mähne erreicht werden.

Für Thai ist klar, warum lange Haare gerade so im Trend liegen: «Das ist so, weil wir die letzten zwei Jahre in Sachen Haare nichts Besseres zu tun hatten, als sie wachsen zu lassen», fügt der Hairstylist mit einem sympathischen Lachen hinzu. Spreche man über Trends, müsse man sicherlich einen Blick darauf werfen, was die Leute draussen gerade tragen, aber auch berücksichtigen, was die Welt aktuell ausserhalb der Haarbranche interessiert. «Und was ist in den letzten zwei Jahren passiert? Man konnte eine Zeit lang nicht zum Coiffeur und nicht ausgehen.» Lange Haare seien eine natürliche Entwicklung und Reaktion auf das Weltgeschehen.

Thai selbst trägt seine Haare gerade auch länger als sonst. Unter seinem Cap schauen die blondierten Strähnen hervor. Seine Leidenschaft für Haare entdeckte der gebürtige Vietnamese schon früh. «Ich hatte zwei viel jüngere Schwestern. Als sie noch klein waren, habe ich immer ihre Haare gestylt. Nicht geschnitten oder gefärbt, aber ihnen Frisuren gezaubert und mich ausprobiert. Sie nannten es Folter, ich nannte es ‹auf sie aufpassen›! Heute haben sie sich davon erholt, sie vertrauen mir wieder ihre Haare an.» Und wieder ist da dieses unverkennbare Lachen, mit dem Thai sein ganzes Umfeld ansteckt.

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