24. Feb 2019

TEXT VON

Tina Bremer

FOTOGRAFIEN VON

The Hide Hotel Flims

Vom Suchen und Finden

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Das neue The Hide Hotel Flims braucht sich nicht zu verstecken.

Lange Zeit stand der Begriff Designhotel für einen cleanen, aufgeräumten Chic. Nichts, was das Auge irritiert, eine klare Linienführung, die Einrichtung oftmals ganz in Weiss oder Hellgrau gehalten. Das Wort Design wurde mit Purismus gleichgesetzt. Tempi Passati. Gerade in der Hotellerie setzt man zunehmend auf Individualität, auf ein Gefühl des «Nachhausekommens». So auch im neuen The Hide Hotel Flims im Herzen des Graubündner Dorfs.

Für das zeitgemässe Wohlfühlambiente hat der Künstler Erik Nissen Johansen vom Göteborger Studio Stylt Trampoli verantwortlich gezeichnet. Schwere Stoffe und satte Farben wie Senfgelb, Weinrot oder Flaschengrün bestimmen das Interieur. Sessel, Sofas und Vorhänge sind aus Samt, mit Goldfäden durchzogene Stofftapeten zieren die Wände in den 48 Zimmern. Kontrastiert werden sie von einer Decke aus Sichtbeton, welche die Verbindung zum restlichen Gebäude herstellt.

Zimmer des The Hide Hotel Flims

Das The Hide, welches zum Verbund der Design Hotels gehört, befindet sich im jüngst eröffneten Zentrum Stenna Flims, «einem grossen Betonwürfel mitten im Dorf», so Daniel Mani, Mitbesitzer des Hotels. Das multifunktionale Zentrum beherbergt ein Shoppingcenter, Kino, einen Kids Club (Achtung, es gibt einen Schokoladen-Workshop!), Wohnungen und eben auch das The Hide Hotel Flims. Jahrelang lag der Talabschnitt brach, jetzt ist er zu neuem Leben erweckt worden und verbindet die beiden Dorfteile. Für die ankommenden Gäste könnte die Lage nicht idealer sein: Direkt vor dem Gebäude hält der Bus aus Chur, hinter dem Stenna-Zentrum befördert der Sessellift Snowboarder und Skifahrer auf den Berg, stolze 235 Pistenkilometer warten auf die Sportler. Eine Piste wurde eigens für das The Hide erweitert, damit man im Winter direkt bis zum Hotel wedeln kann. Ski-in/Ski-out vom Feinsten.

Die Lobby

Nach einem langen Tag an der frischen Luft wärmt der Kamin in der Lobby, die wie ein Wohnzimmer anmutet, kalte Hände wieder auf. Für knurrend Mägen hat Chef- und TV-Koch Adrian Tschanz ein Gastronomiekonzept entwickelt, das sein Team in den offenen Küchen des «Dining» und dem orientalisch inspirierten «The Deli» umsetzt. Highlight ist der Reifeschrank für das Rindfleisch aus der Region. Alternativ stehen auch zahlreiche vegetarische und vegane Gerichte auf der Speisekarte. Kostprobe gefällig? Wie wäre es etwa mit mariniertem Federkohl mit Pinienkernen und Honig-Senf-Dressinung und Ziegenschnee? Oder Fregola Sarda mit Karotten-Bolognese?

Das Restaurant Dining

Auch für Nicht-Skifahrer ist das The Hide Hotel Flims eine Ganzjahresdestination. Locken im Frühling und Sommer doch zahlreiche Wanderwege. In der Sternwarte Mirasteilas steht das grösste öffentlich zugängliche Teleskop der Schweiz und bei Enlain in Laax, mit denen das The Hide eine Kooperation hat, können die Gäste ihr eigenes Surf-, Snow- oder Skateboard bauen. Ein eigener Aktivitäten-Manager hat noch zahlreiche weitere Geheimtipps für die Freizeitgestaltung parat. Nein, verstecken braucht sich das neue The Hide Hotel Flims wahrlich nicht.

Rosarot sehen: Flur des Design Hotels