Elsa Hosk über das Muttersein, Spiritualität und ein Leben ohne Handy

Anfang des Jahres brachte das Topmodel Elsa Hosk ihre erste Tochter zur Welt. Wie sich ihr Alltag seither verändert hat, verrät der Ex-«Victoria’s Secret»-Engel im Interview mit Bolero.

Elsa Hosk

Elsa Hosk (32) ist nicht nur ein erfolgreiches Model, sondern seit einigen Monaten auch Mutter, ehemalige professionelle Basketballspielerin und Markenbotschafterin von Samsung. Diese Bereiche zu balancieren, ist nicht immer ganz einfach. Das schwedische Model findet ihren Ausgleich in der Mediation und geniesst ihren Alltag nun noch mehr als vor der Geburt ihrer Tochter Tuulikki Joan.

Bolero: Sie haben Anfang des Jahres Ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Herzlichen Glückwunsch! Wie ist das Leben als Mutter?

Elsa Hosk: Das Mamasein ist grossartig! Ich geniesse es in vollen Zügen und bin wirklich glücklich. Ein Baby zu haben, gehört zu meinen liebsten Erfahrungen im Leben. Meine Tochter ist wundervoll.

Aber der Alltag als Mutter kann sicherlich auch anstrengend sein.

Wenn ich mal viel um die Ohren habe, ist Meditation ein grossartiges Hilfsmittel. Auch wenn der Kopf voll ist, man es vielleicht mit Ängsten zu tun hat oder deprimiert ist, hilft Meditation nachweislich. Und dabei kann das Meditieren den ganzen Tag über helfen: Auch so etwas Einfaches, wie dreimal tief durchzuatmen, kann es bereits erleichtern, sich zu zentrieren und den Kopf freizubekommen.

Und wie bewältigen Sie Ihren Job als Model, jetzt, wo ein Baby da ist?

Mein Alltag ist sogar noch besser als vorher: Wenn ich jetzt arbeite, gehe ich am Ende des Tages nach Hause, um mein Baby zu sehen. Meine Arbeit macht schon Spass, und danach macht es noch mehr Spass. Ich habe immer darüber nachgedacht, wie die Arbeit sein wird, nachdem ich ein Baby bekommen habe. Ich habe das Glück, dass mein Freund von zu Hause aus arbeitet. Damit ich unsere Tochter stillen kann, bringt er sie ans Set. Wenn ich dann am Abend nach Hause komme, verbringen wir die Zeit zusammen als Familie. Es ist einfach wunderschön.

Die Erfahrung der Geburt war für Sie eine aussergewöhnliche, wie Sie auf Instagram geteilt haben. Wie denken Sie jetzt, nachdem ein bisschen Zeit vergangen ist, über Ihre Geburtserfahrung?

Eine Geburt ist nie einfach – egal, welche Art von Geburt man hat. Der Körper macht eine unglaubliche Veränderung und ein Trauma mit. Ich entschied mich, zu Hause zu gebären und es ohne medizinische Versorgung zu tun. Im Spital spürte ich nämlich nicht die spirituelle Verbindung, die ich suchte. Das ist genau das, was ich wollte. Es war eine wirklich unglaubliche Erfahrung für mich. Ich bin so glücklich, dass ich es auf diese Art tun konnte, denn es war wunderschön.

Würden Sie sich also als spirituelle Person bezeichnen?

Ja, definitiv. Ich denke, dass es da draussen in der Welt etwas Grösseres als mich gibt. Ich habe die Natur immer als eine Art höhere Macht gesehen. Ich denke auch, dass eine spirituelle Verbindung so vieles sein kann. Wie zum Beispiel, dass eine Geburt zu Hause manchmal mehr Sinn macht, als in einem Krankenhaus.

In Ihrem Job als Supermodel geht es vor allem um Äusserlichkeiten. Wie wichtig ist Ihnen innere Schönheit?

Ich denke, dass es heute viel mehr um innere als äussere Schönheit geht. Die längste Zeit ging es in der Modelindustrie nur darum, ein hübsches Gesicht zu sein. Jetzt geht es viel mehr darum, eine Persönlichkeit, einen eigenen Standpunkt und ein inneres Selbst zu haben.

Welche Werte möchten Sie Ihrer Tochter einmal mit auf den Weg geben?

Ich möchte ihr das Gefühl geben, dass sie in dieser Welt frei sein kann. Sie soll über den Tellerrand schauen können und muss nicht das tun, was alle anderen machen. Ich möchte, dass sie das tut, was sie glücklich macht. Sie muss nicht das Gefühl haben, dass ich ihr meine Träume und Inspirationen aufzwinge. Ich hoffe, dass sie einfach ihre ganz eigene Person sein kann, und dass ich das als Mutter unterstützen kann.

Und nach diesen Werten leben auch Sie jetzt?

In meiner Instagram-Bio stand schon immer: «Sei einzigartig!» Ich gehe meinen eigenen Weg, versuche, mir selbst treu zu bleiben, und die Dinge zu tun, an die ich glaube.

Einen aussergewöhnlichen Weg geht auch Samsung mit dem neuen Klapphandy. Und Sie sind Markenbotschafterin von Samsung.

Das neue Smartphone von Samsung ist ziemlich revolutionär, weil man es tatsächlich zuklappen kann, aber es trotzdem wie ein normales Smartphone aussieht. Wenn man es faltet, ist es halb so gross. Das ist genial, wenn ich auf eine Party gehe und nur eine winzige Tasche dabei habe. Ich erinnere mich, wie ich früher mit meinen Freunden ausgegangen bin – als ich noch kein Baby hatte –, und nur eine Person eine grosse Tasche dabei hatte. Jeder hätte am liebsten sein Handy dort reingesteckt. (lacht)

Oder man geht ganz ohne Smartphone an eine Party. Könnten Sie denn ohne Handy leben?

Für mich fühlt es sich so an, als ob sich mein ganzes Leben auf dem Handy befindet. Darum habe ich es auch immer bei mir. Ich wünschte, ich hätte es nicht, aber es ist immer da … Natürlich versuche ich es abzuschalten, wenn ich schlafe. Ich bin definitiv eine Smartphone-Person und ich glaube nicht, dass ich ohne mein Handy leben könnte. Würde aber jeder ohne Handy leben, dann könnte sicherlich auch ich mich der Gesellschaft anschliessen.

Mit dem Handy ist man immer vernetzt, was auch düstere Seiten haben kann. In den sozialen Netzwerke zeigen sich die meisten Menschen nur von ihrer perfekten Seite. Das baut Druck in der Gesellschaft auf. Was denken Sie über diese unrealistischen Schönheitsideale?

Ich denke, es geht um die Balance. Man muss versuchen, andere Seiten auf Social Media zu zeigen, gerade wenn die Dinge eben nicht so gut laufen. Das Ganze sollte mit realeren Momenten ausgeglichen werden. Ich selbst folge nur Menschen, die mir ein gutes Gefühl geben. Und auch ich versuche, eine positive Person in den sozialen Medien zu sein, den Menschen kein schlechtes Gefühl zu vermitteln und gute Energie zu liefern.

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